IT-Sicherheit: Menschen tauschen Passwörter gegen Schokolade

Lecker und gefährlich: Mit Schokolade lassen sich Menschen leichter verführen, ihre eigentlich geheimen Passwörter zu verraten

Lecker und gefährlich: Mit Schokolade lassen sich Menschen leichter verführen, ihre eigentlich geheimen Passwörter zu verraten


(cafm-news) – Schokolade ist gefährlich! Das belegt jetzt eine Studie der Universität Luxemburg. Das Ergebnis: Beschenkt man einen Menschen mit Schokolade, ist er schneller bereit, sein Passwort zu verraten. Grund ist das Prinzip der Reziprozität, also dass ein Mensch mit Schuldgefühlen schneller bereit ist, einem anderen etwas zurück zu geben.

Gut 1.200 Personen suchten sich die Luxemburger für ihre Untersuchung aus. Einige der Probanden erhielten zu Beginn der Gespräche etwas Schokolade geschenkt, andere erst zum Ende. Zwischendrin fragten die Studienmacher neben allerlei anderem auch nach Passwörtern. Das Ergebnis ist erschreckende:

Von den frühzeitig beschenkten Menschen gaben 43,5 Prozent Passwörter preis – das ist nicht ganz die Hälfte. Wer nun aber denkt, dass späte Schokoladengaben das Risiko signifikant minimieren, sieht sich enttäuscht. Auch von den Studienteilnehmern, die erst spät Schokolade bekamen, gaben mit 29,8 Prozent fast ein Drittel ihre eigentlich geheimen Passwörter preis.

Die Studienmacher nehmen an, dass die Bereitschaft bei der ersten Gruppe höher war, weil sie bereits etwas bekommen hatten und nun einen Gefallen schuldig waren. Das Ergebnis bei er Kontrollgruppe lässt möglicherweise aber auch einen anderen Schluss zu:

Das Prinzip der Reziprozität braucht keine Schokolade. Allein die Zuwendung im Zuge des Gesprächs an sich schafft schon genug Druck und eine Art von Schuld, die der Befragte zu begleichen bereit ist. Schokolade erhöht nur den Druck, etwas zurück zu geben.

Wer sich also auf Social Engineering spezialisieren möchte, also Menschen beeinflussen oder aushorchen möchte, sollte vor allem mit diesen Menschen reden. Und wer schnell erfolgreich sein möchte, sollte zusätzlich Geschenke in der Tasche haben. Und sich auf einen Verlust von minimal 50 Prozent einstellen.


Abbildungen: Yoori Koo/Unsplash

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