Zahl der Woche: 10.000.000

Die CAFM-Zahl der Woche ist die 10.000.000 für die zehn Millionen Euro, die Berliner Hochschulen für die spontane Digitalisierung bereit stehen
Die CAFM-Zahl der Woche ist die 10.000.000 für die zehn Millionen Euro, die Berliner Hochschulen für die spontane Digitalisierung bereit stehen

 

CAFM-NEWS – Die CAFM-Zahl dieser Woche ist die 10.000.000. Diese zehn Millionen in Euro investiert allein das Land Berlin die die digitale Lehre, um die Corona-Effekte abzumildern. Fragt man sich: Warum erst jetzt?

Natürlich, Berlin hat klamme Kassen. Alle haben klamme Kassen, immer. Und beim Blick auf die Bildungslandschaft könnten man meinen, es herrsche schon seit Jahren eine äußerst chronische Dürre.

Nun ließe sich einwenden, es gebe doch die Bildungsinitiative des Bundes und das viele viele Geld, das Schulen und Universitäten abrufen können, um sich zu digitalisieren. Schöne Idee, nur wissen  Schulen wie Hochschulen offenbar oft gar nicht, wie digital funktioniert.

Zum Beispiel das Gymnasium: Da werden altbackene Systeme wie iServ mit Konferenzfähigkeit angereichert, und kaum sind ein paar Schüler mit im Videostream, hängt der Server. Also Telkos. Über iServ. Ein bisschen Präsentation geht auch. Aber haben alle Schüler auch mehr als ein Smartphone, um die Inhalte auch in lesbarer Größe wahrnehmbar werden? Und wissen die Lehrer eigentlich, wie das mit dem digital wirklich funktioniert?

Videokonferenzen zu regulären Unterrichtszeiten fallen aus, weil offenbar keiner in den Schulen und Kultusministerien von leistungsfähigen Systemen wie Eyeson oder selbst TeamViewer auf dem Schirm hat. Kost‘ ja Geld.

Und bildungsfördernde E-Mail Kommunikation? Läuft mal bidirektional, zumeist aber in eine Richtung: Schüler schicken ein, zur Belohnung kommt die nächste Aufgabe. Leistungsfeedback? Fehlanzeige, genauso wie bei der mündlichen Beteiligung. Noten soll es aber trotzdem geben. Fragt sich: Wie?

In den Universitäten scheint es ja nach Technikkompetenz der jeweiligen Alma Mater flexibel gehandhabt zu werden. Soll heißen: Je mehr IT-Lehrstühle es gibt, desto besser ist die technische Ausstattung und die Affinität für neue Technologien. Und das ist gut so, denn die Zukunft Deutschlands hängt von seinen Köpfen ab.

Das Land der Ingenieure sollte gezielter und intensiver in die Bildung und Weiterbildung seiner Bürger investieren – es sind schließlich die Steuern eben jener Bürger, mit denen deren Zukunft auch langfristig gesichert werden sollte. Doch wer glaubt, die Politik habe das verstanden, weil jetzt ein dicker Topf geöffnet wurde, verwechselt Symbole mit Inhalten.

Solange die Parteivorsitzende einer einstigen Arbeiterpartei eine Verkäuferin fragt, wer wohl wessen Arbeitsplatz finanziere, nur weil besagte Vorsitzende in einem Geschäft regelmäßig einkauft, scheint bildungspolitisch etwas grundlegend schief gelaufen zu sein, und zwar bis an die Stütze, dort, wo die Verantwortung getragen und die Entscheidungen gefällt werden.

Und nun? Haben wir 10.000.000 Euro in Berlin liegen, die von den Hochschulen für die Digitalisierung des Lehrbetriebs abgerufen werden können. Zum Glück hat es Berlin nicht so mit umfangreichen Genehmigungsverfahren. Das könnte helfen, die Digitalisierung noch während der Corona-Pandemie anzufachen und nicht erst nachdem die Virenfront schon längst Geschichte ist.

Wie heißt es so schön? Die Hoffnung stirbt zuletzt.



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Abbildungen: CAFM-News




Die CAFM-News präsentieren die Zahl der Woche in Zusammenarbeit mit dem Studiengang Technisches Facility Management am Fachbereich Duales Studium der HWR Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin und ihrem Dozenten Ralf Rieckhof, im Hauptberuf Consultant bei pit-cup




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