Klein und clever: Überwachungs-Kameras von Blink mit WLAN und HD im Test

Quadratisch, praktisch, gut? Die Kameras von Blink wollen Überwachung von Immobilien einfach und kostengünstig machen

Quadratisch, praktisch, gut? Die Kameras von Blink wollen Überwachung von Immobilien einfach und kostengünstig machen




CAFM-NEWS – Langsam kommt Bewegung in den Markt kompakter Systeme für Videoüberwachung. Aktuell schickt sich die US-Marke Blink an, den deutschen Markt zu erobern – mit guten Chancen, denn das System ist kompakt, einfach zu nutzen, hat ein gutes Energie-Management und dazu Kameras für innen und für außen. Hersteller der Blink-Überwachungskameras ist Immedia Semiconductor, an dem auch ein deutsches Unternehmen beteiligt ist.


Blink Kameras – Lieferumfang

Das Test-Set, das uns Blink geschickt hat, besteht aus zwei Kameras und einem Sync-Modul. Dazu finden sich im Karton noch ein USB-Netzteil und ein USB-Kabel für die Stromversorgung des Sync-Moduls sowie zwei Paar AA-Batterien für die Stromversorgung der Kameras.

Alles dabei: Zwei Kameras mit Syncmodul, Stromversorgung nebst Batterien und Wandhalterungen inklusive Schrauben

Alles dabei: Zwei Kameras mit Sync-Modul, Stromversorgung nebst Batterien und Wandhalterungen inklusive Schrauben

Ebenfalls im Gepäck haben die Bildaufzeichner zwei scharnierartige Wandhalter. Füße benötigen sie nicht, da sie auf glatten Oberflächen eigenständig stehen können.


Blink Kameras

Aktuell gibt es in Deutschland nur ein Kameramodell, das für Innenräume konzipiert ist, sich an geschützten Stellen aber auch im Außenbereich einsetzen lässt. Dazu gehören Vorbauten, überdachte Areale, Tunnel und alles, was Regen, Nebel und ähnliche Feuchtigkeit vom weißen Gehäuse fern hält.

Kompakte Maße: Die Blink-Kamera ist quadratisch und misst knapp 7 x 7 cm bei einer Tiefe von 3 cm

Kompakte Maße: Die Blink-Kamera ist quadratisch und misst knapp 7 x 7 cm bei einer Tiefe von 3 cm




Völlig resistent gegen Umwelteinflüsse ist die schwarze Blink XT genannte Kamera. Sie ist derzeit nur in den USA erhältlich, kommt aber noch dieses Jahr nach Deutschland.

Technisch gesehen, also vom Innenleben und der Leistung, unterscheidet sich die XT in einigen Punkten von dem bereits erhältlichen weißen Modell. Unter anderem hat sie einen weiteren Bildwinkel und Nachtsicht an Bord. Dazu ist das Outdoor-Modell wasserdicht und mit seiner schwarzen Oberfläche besser in Außenbereichen zu verbergen.

Löblich ist, dass Blink normale AA-Batterien einsetzt – die kennt man auch als Mignon-Zellen und sie sind ungefähr so verbreitet wie die Tasse Kaffee am Morgen. Dazu verspricht Blink, dass die Lebensdauer eines Batterie-Paars in der Kamera bis zu zwei Jahre beträgt – da haben andere Fabrikate schon mehrere Sätze teurer Foto-Saftspender verschlungen.


Blink goes WLAN

Damit das Blink-Kamerasystem mit der Überwachung starten kann, muss es zum einen mit einem WLAN und über dieses auch mit dem Internet verbunden sein. Da sich letzteres zumeist aus ersterem ergibt, blicken wir also auf das WLAN. Das Setup ist einfach:

Zuerst ist das Sync-Modul mittels beiliegendem USB-Kabel und USB-Netzteil mit dem Stromnetz zu verbinden. Nach wenigen Sekunden ist das Modul arbeitsfähig und sendet ein Signal aus. Um das Sync-Modul zu konfigurieren, ist im ersten Schritt dessen eigene WLAN-Kennung auszuwählen. Das nötige Passwort findet sich auf der Rückseite des Moduls.

Steht die Verbindung, sind nun die Daten des tatsächlich zu nutzenden WLANs einzutragen, also dessen SSID und dessen Passwort. Eingaben bestätigen und schon ist das Sync-Modul für die nächsten Schritte gerüstet.


Die Blink-App

Bisher ging alles prima mit Hausmitteln. Um Kameras hinzuzufügen, ist jedoch die App Blink Home Monitor unerlässlich. Tatsächlich gibt es von ihr zwei:

Der Blink Home Monitor steht in den entsprechenden Shops kostenlos für den Download bereit.

Vor dem kürzlich erfolgten Update noch grün: Die Blink App 'Blink Home Monitor'

Vor dem kürzlich erfolgten Update noch grün: Die Blink App ‘Blink Home Monitor’

Nach dem Download der App ist als erster Schritt ein Blink-Account zu eröffnen, in den sich bis zu zehn Kameras einbinden lassen. Die App leistet aber weit mehr:

Zum einen steuert die App grundlegende Funktionen der Systeme – der Plural ist bewusst gewählt, weil die App mehrere Systeme mit je bis zu zehn Kameras parallel verwalten kann. Damit lassen sich verschiedene Standorte zentral überwachen, aber auch bestimmte Gruppen von Räumen zu passenden Gruppen zusammen fassen, beispielsweise Lager, Werkstätten und Parkplätze.

Mit der App lassen sich auch die Einstellungen der einzelnen Kameras steuern, beispielsweise die Dauer der Aufnahmen und ihre Helligkeit. Zudem gibt sie Auskunft zur Temperatur am Aufstell-Ort. Das kann gerade im Winter hilfreich sein um beispielsweise zu entscheiden, wo zuerst gestreut werden muss.

Aber vor alle dem muss erst einmal eine Kamera ins System, und das geht so:


Blink Set-up

Um eine neue Kamera hinzuzufügen, muss der Anwender lediglich das Kamera-Symbol im Hauptbildschirm antippen.

Die aktualisierte Blink for Home App zeigt bereits die Outdoor-Kamera Blink XT, die in Kürze auf den europäischen Markt kommen soll

Der aktualisierte Blink Home Monitor zeigt bereits die schwarze Outdoor-Kamera Blink XT, die in Kürze auf den europäischen Markt kommen soll

Es folgt ein Dialog, der narrensicher durch das Pairing leitet. Dabei helfen auch die Videos, mit denen die einzelnen Schritte visuell erläutert sind.

Wie schon beim Sync-Modul muss man die Seriennummer der Kamera kennen. Sie ist auf der Rückseite der Kamera angebracht, und zwar unter der Abdeckung.

Die ist aber ehedem lösen, denn schließlich braucht die Kamera ihre zwei AA-Batterien, um überhaupt zu arbeiten. Auch das ist einfach: Schieber im Boden nach rechts drücken, aufspringenden Deckel abheben, Batterien einlegen, Serien-Nummer notieren, Deckel wieder aufsetzen, andrücken – und weiter geht’s.

Alternativ kann der Deckel auch noch einen Moment neben der Kamera liegen bleiben, denn die Blink App kann die Seriennummer auch übrigens mittels eines QR-Codes auch über die Smartphone-Kamera einlesen – das ist charmant.

Nun teilt die App dem Sync-Modul die Daten mit und dieses integriert die Kamera. Fertig.


Blink-Kameras montieren

Wandmontage: Mit dem mitgelieferten Halter lässt sich die Blink Kamera leicht befestigen – neben Wänden auch an Decken, Holzelementen und allerhand mehr

Wandmontage: Mit dem mitgelieferten Halter lässt sich die Blink Kamera leicht befestigen – neben Wänden auch an Decken, Holzelementen und allerhand mehr

Sind die Kameras eingerichtet, folgt die Aufstellung. Wer möchte, stellt sie einfach in ein Regal, auf die Fensterbank oder einen anderen Ort, wobei zu bedenken ist, dass ihr PIR-Sensor wegen seiner Infrarot-Technologie nicht auf Bewegung reagiert, sondern auf Temperatur. Damit funktioniert die Kamera nicht mit Blick aus dem Fenster.

Wer einen Außenbereich überwachen will, muss die Blink-Kameras also außen montieren. Hierzu liegt jeder von ihnen ein Scharnier bei, das auf der einen Seite an einen beliebigen Ort geschraubt werden kann und auf der anderen Seite eine Arretierung für die Kamera besitzt.

Um die Kamera am Scharnier zu befestigen, muss aus ihrem Rücken eine Kunststoffscheibe gedrückt werden. Die Öffnung ist zugleich die Aufnahme für den Kamera-Halter.

Das Scharnier selber kann mit der beiliegenden Schraube direkt in Holz fixiert werden. Natürlich sind auch Wand- und Deckenmontage möglich, wenn ein Loch gebohrt und ein Dübel eingefügt sind.

Sinnvoll ist, mittels der App die Verbindungs-Realität jeder einzelnen Kamera zu überprüfen. Ganz unten in der Ansicht jeder Kamera findet sich zu diesem Zweck der Bereich Status. Er hat je eine Ansicht für WLAN und Sync-Modul. Blink empfiehlt, dass beide Symbole mindestens drei von fünf Balken zeigen sollten – dann sind sie auch blau. Zwei Balken sind gelb, ein Balken ist rot – die App warnt also auch farblich.

Interessant: Trotz rotem Mini-Balken arbeitet eine der hier montierten Kameras so zuverlässig wie die gut versorgte. Und auch das Verbindungssymbol – ein laufendes Männchen – ist in der globalen Übersicht angezeigt. Das ist doch erfreulich.


Blink-Kameras ausrichten

Die Kameras auszurichten, ist einfach: Stehende Kameras werden einfach gedreht, bis es passt. Und ähnliches gilt auch für die Kameras am Scharnier:

Da das Scharnier flexibel ist und es seine Kamera-Aufnahme erlaubt, die Blink zu rotieren, ist die Kamera auch hier leicht auszurichten. Es ist auch nicht wie bei einigen anderen Systemen nötig, unter bestimmten Umständen das Kamerabild zu invertieren, da die Blink-Kamera immer in die normale, aufrechte Position gedreht werden kann.

Zur visuellen Kontrolle bietet die Blink-App zwei Optionen: Nach Antippen des Fotoapparat-Symbols im unteren Viertel des Kamera-Bilds schießt sie ein Foto. Wer das links befindliche Video-Symbol wählt, startet den Live-View. Mit ihm kann man annähernd in Echtzeit verfolgen, wie sich Positions-Änderungen der Blink Überwachungs-Kamera auf den Bildausschnitt auswirken.

Insgesamt war das Setup eines Systems mit zwei Blink-Kameras in unter zehn Minuten erledigt, die Montage dauerte weitere 10 Minuten, Ausrichten inklusive. Das ist eine sehr gute Zeit, allerdings war auch nicht in einer Wand zu verdübeln.


Blink-System individualisieren

Wer möchte, kann seine Blink-Kameras auch individualisieren.

Um die Blink-Kameras besser ihrem Umfeld anzupassen, gibt es auch farbige Cover

Um die Blink-Kameras besser ihrem Umfeld anzupassen, gibt es auch farbige Cover


Die Auswahl ist zwar nicht riesig, aber mit drei Covern in weiß, rot und grau kann die reguläre Blink in den häufigsten Situationen besser angepasst. integriert oder auch getarnt werden. Für die drei Farb-Varianten der Cover sind zum Beispiel folgende Anwendungen denkbar:
  • Weiß auf hell gestrichenen oder geklinkerten Wänden oder beispielsweise in Eingangsbereiche in Wohnanlagen oder Bürogebäuden mit Zwischentüren aus weißem Kunststoff.
  • Rot auf Ziegelmauern sowie rot und eventuell auch braun gestrichenen Wänden, Türen und Fensterfronten.
  • Grau auf dunkleren Wänden, wobei auch vorkragende und verschattete Bereiche mit einem grauen Gehäuse besser ausgestattet sein dürften.


Wie Blink alarmiert

Ist das Blink Überwachungssystem installiert, fehlt nur noch eine Bewegung vor der Linse. Nimmt eine Blink-Kamera solches wahr, sendet sie eine Push-Benachrichtigung auf das Smartphone oder Tablet. Über sie lässt sich die Aufnahme direkt aufrufen und betrachten.

Damit auch bei Dunkelheit etwas zu sehen ist, erhellt die Blink-Kamera das Umfeld mit einer weißen LED. Damit ist ein Bereich von gut zwei Metern hell erleuchtet und die Aufnahme ist farbig. Das ist hilfreich bei der Identifikation einer Person beispielsweise mittels der Kleidung. Die in Kürze kommende Blink XT hat eine klassische Nachtsicht an Bord. Die liefert Bilder in schwarz-weiß, reicht aber etwas weiter.

Ergänzend kann Blink auch auf Geräusche reagieren, was einen zweiten Alarm-Weg öffnet.


Blink: Cloud-Speicher inklusive

Die aufgenommenen Videos sichert Blink in einem Cloud-Speicher. Dieser ist kostenlos und bewahrt 7200 Sekunden Videoclips auf – das entspricht 120 Minuten oder 2 Stunden Aufnahmezeit. Dabei ist es egal, wie lang die Clips sind, so dass eine Kamera 5 Sekunden-Aufnahmen und eine andere 60 Sekunden-Aufnahmen abliefern kann.

Ist der Speicher voll, löscht Blink automatisch die ältesten Aufnahmen aus der Cloud. Es besteht aber auch die Möglichkeit, die Aufbewahrungsdauer vorab einzustellen. In Deutschland gilt, dass Videos so lange wie nötig aufbewahrt werden dürfen, was in der Regel drei Tage nicht überschreiten sollte. Diese drei Tage lassen sich direkt im Blink Cloud-Speicher vorgeben, so dass immer ausreichend Platz vorhanden sein sollte.

Und wer sich ab und an vergewissern möchte, wie es um die verbliebene Kapazität steht: Wie viel Platz der Speicher noch bietet, zeigt die Blink-App oben in der Video-Übersicht als Prozentsatz an.


Fazit

Mit Blink betritt ein neuer Anbieter für clevere Video-Überwachung den Markt. Für das System spricht sein Preis, die Wahl der Batterien und ihre versprochene Lebensdauer, die einfache Bedienung, der kostenlose Cloud-Speicher, die Zahl der einbindbaren Kameras und dass leicht mehrere Personen auf das System zugreifen können. Gerade der letzte Punkt dürfte im professionellen Anwendungsfall wichtig sein.

Dazu erweitert Blink das System in Kürze um ein Outdoor-Modell und hat auf der US-Webseite noch einiges in petto: Wasser-Alarm, Türkontakte, Sirenen, Ziffern-Pads – damit ließe sich Blink von der reinen Kamera-Überwachung einfach zu einem echten Sicherheits-System ausbauen.

Bisher nicht erwähnt, aber interessant ist auch, dass Blink sein System auch für IFTTT geöffnet hat. Damit lassen sich auch Sicherheits- und Hausautomations-Komponenten andere Hersteller einbinden und integrative, komplexe Workflows realisieren. Das ist in jedem Fall spannend.




Ungefähre Marktpreise (Oktober 2017)



Abbildungen: Blink; CAFM-News



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2 Responses

  1. HP sagt:

    Hallo Herr Semmler,
    vielen Dank für den detailierten Produkttest.
    Allerdings – “und bewahrt 7200 Sekunden Videoclips auf – das entspricht 120 Stunden” –
    es sind bei 7200 Sekunden nur 120 Minuten Cloudspeicherzeit. Das ist scheint dann doch zu wenig.
    Oder ist da statt einem Rechenfehler ein Einheitenfehlerteufel drin?

    • Hallo,

      vielen Dank für den Hinweis, das ist natürlich korrekt: 7200 Sekunden = 120 Minuten = 2 Stunden.

      Für stark frequentierte Bereiche ist das natürlich zu wenig Speicher, aber für Areale, in denen eigentlich nichts los sein sollte, reicht das sicherlich.

      Meines Wissens plant Blink aber auch einen kostenpflichtigen Dienst, der dann mehr Speicher zur Verfügung stellt.

      Mit freundlichen Grüßen
      Thomas Semmler

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