Studie: Wirtschaftliche Lage senkt Zahlungsmoral der Unternehmen

Je nach Bundesland unterscheidet sich die Zahlungsmoral in Deutschland etwas - Quelle: DDMonitor

Je nach Bundesland unterscheidet sich die Zahlungsmoral in Deutschland etwas – Quelle: DDMonitor


(cafm-news) – Mit 48 Tagen Verzug zahlen Unternehmen in Deutschland im Durchschnitt ihre Rechnungen. Das sagt eine Studie aus, die der Finanzdienstleister EOS gemeinsam mit der Wirtschaftsauskunftei Bürgel in Hamburg vorgestellt hat. Die beste Zahlungsmoral hat dabei das Gastgewerbe, bei den Rechtsformen liegen die freien Berufe vorne.

Zahlungsmoral nach Branche

Die schlechteste Zahlungsmoral haben Wasserversorger und Entsorger von Abwasser und Abfall. Bei ihnen hinken 27 Prozent dem Zahlungsziel hinterher. Auch das Baugewerbe mit 23 Prozent, Verkehr und Lagerei mit 22,6 Prozent und das verarbeitende Gewerbe mit 21,9 Prozent an Verzug-Vögeln sind keine guten Zahler. Relativ anständig sind dagegen das Gastgewerbe mit 7,6 Prozent, Verwaltung und Sozialversicherungen mit 8,3 Prozent sowie Land-, Forstwirtschaft und Fischerei mit 9,4 Prozent säumigen Zahlern.

Zahlungsmoral nach Rechtsform

Die Konjunktur, so die Studien-Autoren, bremst die Zahlungsmoral. Das gilt insbesondere für Aktiengesellschaften, von denen knapp 37 Prozent lieber später zahlen. Kaum besser steht es um die Rechtsform der GmbH, hier sind gut 31 Prozent mit ihren Zahlungen hinterher. Ganz brav zahlen dagegen die meisten Freiberufler, hier liegt die Quote der Säumigen bei unter 4 Prozent.

Zahlungsmoral nach Bundesland

Fast genau ein Viertel der Unternehmen im Saarland lässt seine Kreditoren auf einen Zahlungsausgleich warten – das ist der höchste Wert aller Bundesländer. Ebenfalls in den Zwanzigern bewegen sich Nordrhein-Westfalen mit 21 Prozent, Bremen mit 20,9 Prozent und Berlin mit glatten 20 Prozent. Die beste Zahlungsmoral haben die Sachsen mit 15,5 Prozent – wobei das auch kein Spitzenergebnis ist.

Fast immer wird gezahlt

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Fast immer wird gezahlt. Dennoch laufen gegen 1,1 Prozent aller untersuchten Unternehmen Inkassoverfahren. Bei einer Datenbasis von 450.000 sind das noch immer gut 4500 Firmen in Deutschland, deren verhaltenes Geldmanagement Grund zur Klage liefert.

Fazit

Wer der Statistik glauben mag, sollte ab sofort saarländische Versorgungsunternehmen der Rechtsform AG meiden und sich auf Freiberufler im sächsischen Gastgewerbe fokussieren. Da dieser Ansatz sicher nicht für jedes Geschäftsmodell passt, gilt weiterhin: Ein gutes Forderungsmanagement und Konsequenz schützen vor all zu großen Ausfällen. Ganz vermeiden lassen sie sich im Wirtschaftsleben wohl dennoch kaum.



Datenbasis
Die Datenbasis der Studie umfasst über 450.000 Unternehmen, die in der B2B-Wirtschaftsdatenbank Deutscher Debitoren Monitor erfasst sind. Der DDMonitor ist ein Gemeinschaftsprodukt der Wirtschaftsauskunftei Bürgel, des Finanzdienstleisters EOS und Kreditversicherer Euler Hermes. Auf der Website von Bürgel gibt es eine Auswertung der Studie als PDF.


Abbildungen: DDMonitor

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