CAFM-System hilft bei der Unterbringung von Asylbewerbern

Wie Wohnraum für Asylbewerber mit Hilfe von CAFM-Software verwaltet werden kann, erläuterte Wolf-Peter Bohndorf von der Stadt Chemnitz auf dem IMSWARE Anwendertreffen

Wie Wohnraum für Asylbewerber mit Hilfe von CAFM-Software verwaltet werden kann, erläuterte Wolf-Peter Bohndorf von der Stadt Chemnitz auf dem IMSWARE Anwendertreffen


(cafm-news) – Wie ein CAFM-System dabei helfen kann, Wohnungslose und Asylbewerber mit Wohnraum zu versorgen, erläuterte Wolf-Peter Bohndorf vom Gebäudemanagement und Hochbau der Stadt Chemnitz jetzt beim IMSware Anwendertreffen.

Chemnitz ist wie jede Kommune dazu verpflichtet, Wohnungslosen eine Unterkunft zuzuweisen. Um dieser Verpflichtung möglichst flexibel und mit allen notwendigen Mitarbeitern nachkommen zu können, hat die Stadt schon vor einiger Zeit das Mietmanagement ihres CAFM-Systems modifiziert, erläuterte Bohndorf auf dem IMSware Anwendertreffen vergangene Woche in Düsseldorf.

Die Anforderungen sind vielfältig und umfassen insgesamt zehn Punkte:

  1. Abbildung der Personen ohne Wohnunterkunft; hierzu gehören neben Asylbewerbern auch Spätaussiedler, jüdische Zuwanderer, Resettlement-Flüchtlinge, anerkannte Flüchtlinge, Personen nach § 15a AufenthG und wohnungslose Deutsche
  2. Verwaltung von Wohnheimen
  3. Verwaltung von angemieteten Wohnungen
  4. Abbildung der Objekte (Standorte) mit Bezug zum Flurstück
  5. Abbildung der relevanten Daten zu Gebäude, Etage und Wohnung
  6. Verzeichnen der Ausstattung der Wohnungen und darauf basierend eine mögliche Belegung
  7. Ausweisung freier Plätze unter Berücksichtigung von Alter, Geschlecht und Nationalität, möglichst zeitnah
  8. Erstellen von Bescheiden und Formbriefen mit jeweils aktueller Adresse, auch nach Wegzug aus der Stadt
  9. Erstellen von stichtagsbezogenen Statistiken zu Belegungen, freien Plätzen und Verteilung im Stadtgebiet
  10. Schnittstelle zur Übernahme der Personendaten aus dem Zentralen Ausländerregister der Landesdirektion Sachsen

Nach einem kurzen Ausflug in die technische Umsetzung stellte Bohndorf den Benefit der von ihm programmierten Lösung dar:

Mitarbeiter in den zuständigen Ämtern können frei nach verfügbaren Plätzen suchen und diese auch präzise filtern. Hierdurch bleiben Familien zusammen und ethnische Konflikte können schon im Vorfeld weitestgehend vermieden werden.

Statusänderungen beispielsweise durch Geburtstage von Kindern, die volljährig werden, sind als Automatismus zur Wiedervorlage eingestellt. Andere Wiedervorlage-Termine können händisch erfasst werden und schaffen ein erhebliches Plus an Sicherheit.


Die Auslastung von Wohnraum und andere Parameter liefern Dashboards auf Knopfdruck

Die Auslastung von Wohnraum und andere Parameter liefern Dashboards auf Knopfdruck


Automatisierte Übersichten zu Wohnunterbringung, Auslastung von Wohnungen, sozialer Betreuung von Personen, Verteilung auf Stadtteile und weiteren wichtigen Faktoren sind in Dashboards zur schnelle Einsicht verfügbar.

Im Kontext der Wohnraumbeschaffung erfüllt die Lösung weitere Aufgaben. Sie

  • hilft bei der Erfassung der Wohnungsangebote von Wohnungsgesellschaften und Privatpersonen zur Unterbringung von Flüchtlingen
  • liefert Formularvorlagen für die Wohnungsbesichtigung und Zustandserfassung
  • überprüft automatisch die Kosten der Unterkunft (KdU) anhand der gültigen Richtlinien
  • bildet die wichtigsten Informationen aus der Besichtigung ab
  • zeigt den Bearbeitungsstand und gegebenenfalls die Entscheidung zur Anmietung an
  • erstellt automatisch Formulare für die weitere Bearbeitung bei Anmietung
  • und liefert einen Überblick über den Arbeitsstand der Bearbeitung der Angebote

In Summe erleichtert die Lösung die Wohnraumverwaltung in der Stadt Chemnitz wesentlich, gerade in der aktuellen Phase einer hohe Nachfrage nach Wohnraum. Kleinere Schwierigkeiten wie die automatische Übernahme der Daten von Land ließen sich durch modifizierte Schnittstellen und Anfrageroutinen weitgehend beheben, auch doppelte Erfassungen werden weitgehend vermieden.

Die Stadt Chemnitz nutzt ihr CAFM-System mit rund 400 Nutzern, die in 22 Ämtern an acht Standorten tätig sind.


Abbildungen: Tom Semmler; Wolf-Peter Bohndorf

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