CAFM-Zahl der Woche: 66

Die CAFM-Zahl der Woche ist die 66, für die aktuell 66 Hektar Flächenverbrauch pro Tag.

Die CAFM-Zahl der Woche ist die 66, für die aktuell 66 Hektar Flächenverbrauch pro Tag.



CAFM-NEWS – Die CAFM-Zahl dieser Woche ist die 66. Und das hat in gewissen Sinne auch mit der Route 66 zu tun, deren Schild heute exemplarisch für das Dilemma als Illustration dient: Denn 66 Hektar pro Tag beträgt der durchschnittliche Flächenverbrauch in Deutschland. Weil das zu viel ist, soll er laut Umweltbundesamt bis 2030 auf 30 Hektar am Tag reduziert werden.

Das herrlich sperrige Wort Flächenverbrauch meint die Versiegelung von Mutter Erde durch Vater Staat und Herrn und Frau Bauherr mit beliebigen Baumaßnahmen, durch die verfügbare Sickerfläche minimiert wird.

Baumaßnahmen können neben Straßen und Wegen, Häusern und Garagen auch Swimmingpools, Gartenteiche, Hochbunker und allerhand andere Dinge sein, die aus Stein. Teer und Beton gefertigt die Erdoberfläche vollstellen und abdichten.

Nun klingt 66 Hektar nach sehr viel, aber ist es das auch?

Laut Definition ist ein Hektar ein quadratisches Feld von 100 mal 100 Metern und hat damit eine Fläche von 10.000 Quadratmetern. Grob entspricht ein Hektar der Fläche eines Fußballfeldes, das die Maße 90 mal 120 Meter aufweist und damit eine Fläche von 10.800 Quadratmetern sein Eigen nennt.

Täglich werden also dem deutschen Fußball-Nachwuchs umgerechnet 61,11 Fußballfelder genommen und durch Lehrerseminare, Parkplätze und Schulen ersetzt. Das klingt nach einem mäßig guten Tausch.

Was die geplante Mehr-als-Halbierung der Hektar-Zahl in Zeiten ausgeprägter Bauwütigkeit bedeutet, ist auch klar: Up in the air!

Für den Otto-Normal-Bauherrn heißt das: Weniger Bungalows, mehr Hochhäuser. Oder Hoch-Bungalows, bei denen jede Etage ein Zimmer ist. Ähnliches findet sich schließlich auch in umgebauten Windmühlen, und die sind ja sowas von chic!

Tatsächlich geht es dem Bundesamt für Umwelt und Naturschutz aber nicht darum, Baumaßnahmen zu torpedieren und einer skurrilen Architektur Vorschub zu leisten, sondern es sollen bereits bebaute, aber nicht mehr genutzte Flächen genutzt, ebenso Baulücken geschlossen werden, und Gemeinden mit schrumpfender Einwohnerzahl sollten lieber noch einmal mehr überlegen, ob ein weiteres Gewerbegebiet tatsächlich die perfekte Lösung gegen bereits abgewandertes Personal ist.

Übrigens, haben Sie auch die drollige Analogie der Plan-Zahlen bemerkt? Der Flächenverbrauch soll bis 2030 auf 30 Hektar am Tag reduziert werden. Dass das bedeutet, dass der Flächenverbrauch dann 2050 wieder auf 50 Hektar am Tag steigen darf, ist damit allerdings nicht gesagt.





Kennen Sie auch eine CAFM-Zahl, die Sie vorschlagen möchten? Schreiben Sie uns Ihre Zahl mit Begründung einfach in das Kommentarfeld unter diesem Artikel oder schicken Sie uns Ihren Vorschlag als E-Mail. Vielen Dank!



Abbildungen: CAFM-News




Die CAFM-News präsentieren die Zahl der Woche in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Maschinenbau und Facilities Management der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen und ihrem Dozenten Ralf Rieckhof, im Hauptberuf Consultant und Leiter Marketing bei pit-cup.




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