CAFM bei FM-Dienstleistern

Nutzen FM-Dienstleister CAFM-Software? Und falls ja, welches System?
Nutzen FM-Dienstleister CAFM-Software? Und falls ja, welches System?

 

CAFM-NEWS – Facility Management Dienstleiter setzen sich mit einer großen Vielfalt an Anforderungen auseinander. Entsprechend hohe Anforderungen stellen sie daher an ihr CAFM-System. Welche Systeme werden derzeit bei FM-Dienstleistern eingesetzt? Wir haben die Hersteller gefragt, die uns teilweise recht offen geantwortet haben.

 

Archibus

Das Archibus Solution Center Germany bietet fünf FM-Dienstleistern Lösungen für ihre tägliche Arbeit. Referenzkunden kann Archibus nicht explizit benennen und verweist auf die Übersicht der Unternehmenswebsite. Die Systeme werden jeweils von zwei Administratoren betreut und von einer Vielzahl an Nutzern verwendet, die Störungen melden. Dazu kommen Personen, die Auswertungen und Reporting steuern.

Schwerpunkte und Inhalte des Software-Einsatzes liegen in Instandhaltungs-Management, Umwelt- und Risikomanagement sowie Störungsmanagement. Damit die Arbeit reibungslos läuft, werden sowohl klassische Client-Server Architekturen als auch Cloud-Lösungen eingesetzt. Apps sind gleichfalls in Gebrauch.

 

EBCsoft

Fünf FM-Dienstleister zählt EBCsoft aus Leipzig zu seinen Kunden. Auf der Website des Unternehmens sind unter anderem Apleona, Bayern FM, b.i.g, Cofely und Sauter FM genannt. Bei den Dienstleistern nutzen rund 2000 Anwender die Cloud-Lösung und Apps des CAFM-Systems Vitricon. Sie flankieren damit technisches, infrastrukturelles und kaufmännisches FM gleichermaßen. Unter anderem erfolgt in Vitricon Auftragsplanung, Termin- und Kostenmanagement und Ressourcenplanung, teilt der Hersteller mit.

 

getFM

Mit getFM der Facility Consultants aus Herrenberg arbeiten derzeit vier FM-Dienstleister. Auch hier ist eine Cloud-Lösung im Einsatz, die von Apps flankiert wird. Der Schwerpunkt liegt auf technischem FM, das Aufgabenspektrum umfasst Dienstleister-Steuerung, Qualitätssicherung und Dokumentation der Wartungen. Etwa 100 Personen nutzen bei FM-Dienstleistern getFM aktiv. Wer diese Anwender sind, darf das Unternehmen leider nicht mitteilen.

 

IMSWARE

Auch IMSWARE ist bei Facility Management Serviceanbietern in Gebrauch. Laut Hersteller setzen namhafte Dienstleister auf Clients-Server, Cloud und Apps aus Dinslaken, wobei die Nutzer keine Freigabe zur Nennung ihrer Namen erteilt haben. Dafür ist ihre Anzahl bekannt: Insgesamt sind es neun Unternehmen, die ihre FM-Serivces mit IMSWARE flankieren.

Rund 700 Anwender arbeiten mit dem CAFM-System. Die Anwender erfüllen mit ihm klassische Aufgaben wie Termin- und Wartungsmanagement, legen mit ihm aber auch Angebote an und rechnen Kundenaufträge ab. Diese enge Verzahnung von technischen und kaufmännischen Arbeiten mache die Lösung aus, heißt es aus Dinslaken. Apps werden für Auftragsmanagement und die Steuerung von Technikern eingesetzt.

 

InCaTec Solution

Der Axxerion-Integrator InCaTec Solution hat zwölf Facility-Managmeent Dienstleister in der Kundendatei. Weltweit gibt es 250.000 namentlich bekannte Nutzer, das allerdings für die Software-Plattform, nicht für die in DACH erfolgten Installationen.

Der Schwerpunkt der Installationen liegt auf technischen Facility Management und der Instandhaltung. Ausgeführt werden sie mit einer ausschließlich im regionalen Markt gehosteten Cloud Lösung in einem ISO 27001 zertifizierten Rechenzentrum. Auch Apps binden die Dienstleister ein. Als Referenzkunden nennt InCaTec die Gebrüder Peters Gebäudetechnik, Conos Facility Management und die Stampfli AG.

 

Kessler Real Estate Solutions

Die CAFM-Software FAMOS von Kessler wird bei FM-Dienstleistern eingesetzt, die für Kessler-Kunden Leistungen erbringen. Ihren Schwerpunkt setzen diese bei Wartung, Instandhaltung und Reinigung. Genutzt wird die Software vornehmlich zur Rückmeldung erbrachter Leistungen.

Verwendet werden sowohl klassische Client-Server- als auch Cloud-Lösungen, Apps sind ebenfalls im Einsatz. Wie viele Personen bei den Dienstleistern auf Famos zugreifen, war nicht in Erfahrung zu bringen, ebenso nicht, wer diese Dienstleister sind.

 

KeyLogic

Die Dienstleister-Kunden, die KeyLogic als CAFM-System einsetzen, kommen aus Deutschland, aber auch aus Österreich. Zu ihnen gehören Omega Immobilien, Bremer Kontor, die Unternehmensgruppe Ralf Bultmann, die RELAX Group, fairconcept gebäudeservice und FM-Plus Facility Management. Insgesamt gibt Keylogic die Zahl seiner FM-Dienstleister mit 20 an, verweist allerdings auch auf solche, die als Organisation in Unternehmen geführt werden. Da Keylogic an Kunden sämtliche Module ausliefert, lässt sich ein Schwerpunkt auf technisches, infrastrukturelles oder kaufmännisches FM laut Hersteller nicht ermitteln.

Die Aufgaben-Spanne ist dafür bekannt: Flächenmanagement, Anlagenmanagement, Reinigungsmanagement mit Qualitätskontrolle, Wartung, Instandhaltung, Instandsetzung, Auftragsmanagement und Störfallmanagement – intern wie extern, Kostenverfolgung und -controlling, Dokumentation, Reporting, ferner Vertragsmanagement, Gewährleistungsüberwachung und SLA-Einhaltung sind einige der Tätigkeiten, die das CAFM-System bei den FM-Dienstleistern begleitet. Die Kunden nutzen mit mehreren hundert Usern teils Client-Server, teils Cloud und teils gemischte Infrastrukturen. Auch Apps sind in Verwendung, unter anderem für Wartung, Aufträge, zur Energiedaten-Erfassung, Inventarisierung und Inventur sowie für Tickets.

 

N+P

N+P hat seine CAFM-Software Spartacus FM bei knapp zehn Kunden, die FM-Dienstleistungen erbringen, im Einsatz. Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf dem technischen Facility Management in Verbindung mit kaufmännischer Abrechnung der erbrachten Leistungen. Je nach Kunde nutzen zwischen fünf und zehn Mitarbeiter das jeweilige System. Zu den Kunden gehört unter anderem Goldbeck Gebäudemanagement.

Genutzt wird Spartacus FM vorrangig zur Verwaltung von Verträgen sowie zur Dokumentation der Immobilien und der technischen Anlagen ihrer Kunden. Weiterhin unterstützt die CAFM-Lösung bei der Erfassung, Bearbeitung und Nachverfolgung von Störungen sowie der Erfassung und Überwachung von Inspektions- und Wartungsfristen. Die Auftragsabwicklung und -abrechnung wird ebenfalls durchgängig durch Spartacus unterstützt. Eingesetzt wird hierfür eine Client-Server-Architektur. Zusätzlich kommen für die mobile Nutzung eine Web- und App-Lösung zum Einsatz.

 

pit-cup

Die Zahl seiner Kunden aus dem Segment der FM-Dienstleister gibt pit-cup mit größer 100 an. Und groß ist auch die Zahl der User: Sie werden von den Heidelbergern aufgrund der Multiuser-Fähigkeit, der Anwendung von mobilen Lizenzen und der Anwendung von Concurrent User-Lizenzmodellen auf mehrere Tausend geschätzt. Was die vielen User mit pitFM machen?

Laut pit sind die meisten FM-Dienstleister technisch und infrastrukturell tätig, vor allem im Bereich Property Management. Kaufmännische Tätigkeiten gibt es aber auch. Die Vielfalt der Aufgaben reicht laut pit vom „A“ der Auftragssteuerung bis zum „Z“ der Zählerablesung . Genutzt werden für die FM-Steuerung alle verfügbaren Technologien und Betreiberszenarien von Client-Server über Cloud und Own-Cloud bis zu gemischten Set-ups. Auch Apps sind mit von der Partie, unter anderem solche für Auftragsbearbeitung und Zählerablesung. Basis ist hierbei die pit-Mobile Technologie. Ein Kunde, der genannt werden darf, ist Gegenbauer.

 

Planon

„Nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit hat Planon zahlreiche namhafte FM- Dienstleister als Kunden. Mit manchen davon verbindet uns eine langjährige Kundenbeziehung“, erklärt Planon. Für Dienstleister gebe es eine spezielle Version der hauseigenen IWMS-Software: Planon Universe for Service Providers. Die SaaS-Lösung ist ergänzt um diverse Apps.

Planon Universe for Service Providers unterstütze die wesentlichen Anforderungen von FM- Dienstleistern sowohl im technischen als auch im infrastrukturellen und kaufmännischen FM, so Planon weiter. Die Lösung biete Tools und Prozesse in allen wesentlichen Bereichen, die Angebot, Planung, Ausführung, Überwachung und Abrechnung von Dienstleistungen durch umfangreiche Prozessautomatisierung und nahtlose Integration effizienter, skalierbarer und transparenter machten.

Wie viele Nutzer von dem Produkt profitieren, verrät Planon leider nicht. Dafür finden sich ein paar große Namen in der Referenzliste: Dussmann und die französischen Unternehmen Spie und Boygues E&S gehören zu den Nutzern.

 

Speedikon

Speedikon hat offiziell zwei FM-Dienstleister, die das hauseigene Produkt auf eigene Rechnung im Einsatz haben. Darüber hinaus arbeiten sehr viele FM-Dienstleister mit der Software vor Ort bei Speedikon-Kunden, sie sind also von den Kunden auf die Nutzung des Systems verpflichtet.

Im Zuge ihrer Tätigkeiten decken die FM-Dienstleister mit Speedikon sämtliche Bereiche ab, einen Schwerpunkt gibt es nicht. Die aktuelle Verteilung von Client-Server- und Cloud-Systemen verschiebt sich dem Unternehmen zu Folge derzeit in Richtung privater Cloud-Systeme. Flankiert werden alle Varianten von Apps. Leider darf auch Speedikon nicht sagen, wer mit dem System arbeitet.

 

Ultimo

Ultimo aus den Niederlanden versteht sich mit einem Schwerpunkt auf Industrie und Instandhaltung, aber auch FM gehört zum Leistungsspektrum. Zwar hat das Unternehmen in Deutschland keine FM-Dienstleister als Kunden, aber dafür gibt es eine handvoll Kunden in Europa. Ihr Schwerpunkt liegt auf technischem FM mit Instandhaltung der Betriebs- und Gebäudetechnik, Störungsmeldungen und internen Diensten. Teilweise wird Ultimo auch für infrastrukturelles FM genutzt.

Da Ultimo ein Concurrent User Lizenzmodell hat, geht das Unternehmen von einer deutlich dreistellige Zahl Key-User sowie einigen Tausend User Accounts aus, die das Cloud-System und Apps nutzen. Zu den Kunden von Ultimo gehören zwei bekannte Anbieter mit Hauptsitz in Frankreich sowie FM-Dienstleister aus den Niederlanden.

 

Fazit

Leider haben wir nicht von allen 43 CAFM-Anbietern, die wir angeschrieben haben, eine Antwort bekommen. Auch haben nur wenige CAFM-Anbieter ihre Referenzkunden genannt, so dass nicht transparent ist, wer genau welche Lösung einsetzt.

Offensichtlich ist aber, dass Facility Management-Dienstleister in größerem Umfang auf CAFM-Software setzen, um ihre Prozesse und die Ihrer Kunden professionell zu managen. Die Service-Anbieter greifen hierfür auf unterschiedliche Lösungen im Markt zu, die von spezialisierten Softwarehäusern entwickelt werden. Ein System im Sinne eines Platzhirschen gibt es derzeit nicht.

Die Hauptaufgabe bei fast allen Installationen entfällt auf technisches FM. Cloud und Apps sind wichtige Zugangswege, auch wenn die klassische Client-Server-Lösung noch nicht ausgedient hat.

 


 

 



Abbildungen: FM-Dienstleister/ Montage CAFM-News



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2 Antworten

  1. HP sagt:

    Auch interessant mit welchen Marketing-Floskeln auf Fragen geantwortet wird, die gar nicht gestellt waren. Oder das Schweigen und Lavieren bei den Kundennamen. Aber jeder nach seiner Fasson – oder der Compliance?

  2. Tim Martin sagt:

    Das ist aber sehr weit hergeholt. Hier wäre sehr interessant zu wissen, wie die Anbieter die Professionals (FM-Dienstleister) „definieren“. Bei den hohen Zahlen kann es nur sein, dass die jede kleine Klitsche die „irgendwas mit FM“ macht mitgezählt wurde. 100 FM-DL bei pit ist doch ein Witz ;-)

    Habe im letzten Jahr eine Master-Thesis zum Thema CAFM für FS-Anbieter verfasst. Stelle ich bei Interesse gerne zur Verfügung.

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