Erhebung: Bei Industrie 4.0 hat Deutschland die Nase vor den USA

Laut Boston Consulting Group haben bei Industrie 4.0 die Deutschen konzeptionell die Nase vor den Amerikanern

Laut Boston Consulting Group haben bei Industrie 4.0 die Deutschen konzeptionell die Nase vor den Amerikanern


(cafm-news) – Bei Industrie 4.0 hat Deutschland gegenüber den USA die Nase vorn. Das ist die Einschätzung der Boston Consulting Group (BCG), die eine entsprechende Untersuchung gestartet hat. Diese zeigt aber auch: Es fehlt in beiden Ländern an Fachkräften.

Ihre Umfrage hatte die BCG im April 2016 durchgeführt und hierfür online 315 US- und 312 deutsche Geschäftsführer von Unternehmen befragt, deren Umsatz bei über 50 Millionen US-Dollar liegt.

Gemeinsam ist beiden Ländern, dass weniger als die Hälfte der Unternehmen eine Strategie für Industrie 4.0 haben. Allerdings sind die deutschen nah dran: 47 Prozent geben an, dass sie schon eine Roadmap für vernetzte Produktionsstrukturen haben, bei den Amerikanern sind es nur 29 Prozent. Bei der Implementierung erster Maßnahmen egalisiert sich das Bild aber schon wieder – jedenfalls fast: 19 Prozent der Deutschen und 16 Prozent der Amerikaner sind schon aktiv geworden.

Wesentlich für den Erfolg von Industrie 4.0-Strategien sind entsprechend qualifizierte Mitarbeiter. Hier setzen die Amerikaner zu 25 Prozent auf Neueinstellungen, zu 27 Prozent auf Umschulung und zu 48 Prozent aus Weiterbildung. Die Weiterbildung steht bei den Deutschen auch an erster Stelle, allerdings mit 64 Prozent. 15 Prozent gehen auf das Konto der Umschulung und 20 Prozent auf Neueinstellungen.

Der große Fokus auf Weiterbildung in Deutschland könnte an dem weniger flexiblen Arbeitsmarkt liegen. Möglich aber auch, dass man hierzulande lieber an seinen Mitarbeitern festhält, statt mit Hire-and-Fire Mentalität das Personalkarussell munter am Drehen hält.

Wesentliche Herausforderungen hier wie dort sehen die Umfrageteilnehmer mit 51 Prozent beim Thema Datenmanagement, 50 Prozent bei der Datensicherheit und 50 Prozent bei der Software-entwicklung. Dafür meinen 47 Prozent, dass der Bedarf an klassischer Handarbeit zurück gehen wird, 33 Prozent erwarten das auch bei der Bedienung von Maschinen.

Somit sind IT-Kenntnisse schon in naher Zukunft auch in der industriellen Arbeitswelt von elementarer Wichtigkeit. Klassische Handarbeit dürfte perspektivisch zu den exotischen Arbeiten gehören.

Die Boston Consulting Group hat wesentliche Ergebnisse ihrer Umfrage in einer Info-Grafik online gestellt.


Abbildungen: Boston Consulting Group

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