Viel erreicht: 15 Jahre Arbeitskreis CAFM der GEFMA

Gründerväter und -mütter: Das Foto zeigt die Auftaktberatung des Arbeitskreises CAFM der GEFMA vor 15 Jahren an der Auftaktberatung in der FHTW Berlin, heute die HTW Berlin

Gründerväter und -mütter: Das Foto zeigt die Auftraktberatung des Arbeitskreises CAFM der GEFMA vor 15 Jahren an der FHTW Berlin, heute die HTW Berlin


(cafm-news) – Der Arbeitskreis CAFM der GEFMA feiert ein kleines Jubiläum: Seit nunmehr 15 Jahren begleitet er die CAFM-Branche und ihre Kunden mit Hilfsmitteln und einem Zertifikat, um mehr Transparenz und Sicherheit für alle zu schaffen und vor allem, um Wissen zu vermitteln.

Bereitstellung von Wissen – das war der Impuls, der im Jahr 2000 im Nachgang eines FM-Seminars den damaligen GEFMA-Vorstand Hermut Zehrer veranlasste, über einen Arbeitskreis CAFM nachzudenken. Prof. Michael May entwickelte daraufhin ein Konzept und suchte nach Mitstreitern: 15 Freunde sollt ihr sein, jedenfalls ungefähr, eine Größe, die bis heute gilt.

Der offizielle Start des Arbeitskreises war am 28. Februar 2001. 14 Mitglieder nahmen an der konstituierenden Sitzung teil, von denen sich einige bis heute im Arbeitskreis engagieren – ehrenamtlich übrigens. Gemeinsam analysierten die 14-köpfige Expertenrunde den CAFM-MArkt und umriss eine Reihe von Aufgaben, die man angehen wollte:

  • CAFM bekannter machen
  • Das CAFM-Know-how verbessern
  • Nutzen von CAFM transparent machen
  • Leitfäden und Entscheidungshilfen schreiben
  • Trends und Entwicklungen aufzeigen
  • Anforderungen an ein CAFM-System formulieren
  • Ausbildungs-Anforderungen formulieren

In den vergangenen 15 Jahren sind einige Aufgaben anderen gewichen, aber nebenbei sind auch zahlreiche Publikationen erschienen und Richtlinien veröffentlicht, die den CAFM-Markt in Deutschland und darüber hinaus begleiten. Ein Teil von Ihnen findet sich in der GEFMA 4xx-Reihe zu CAFM und weiteren Veröffentlichungen, darunter:

  • GEFMA 400 – Begriffsbestimmung und Leistungsmerkmale von CAFM
  • GEFMA 410 – Schnittstellen zur IT-Integration in CAFM-Software
  • GEFMA 420 … Einführung eines CAFM-Systems
  • GEFMA 440 – Ausschreibung und Vergabe von Lieferungen und Leistungen im CAFM
  • GEFMA 444 – Zertifikat für CAFM-Mindeststandards
  • GEFMA 460 – Wirtschaftlichkeit von CAFM-Systemen
  • GEFMA 940 – Marktführer CAFM-Software

Die GEFMA 444 ist inzwischen als GEFMA 444-e sogar auf Englisch verfügbar, die übrigen Publikationen umfassen inzwischen rund 150 einschlägige Fachbeiträge in Fachzeitschriften und Beiträge zu Kongressen.

Ebenfalls auf das Konto des Arbeitskreises geht das CAFM-Handbuch. Seine Erstauflage erlebte es 2003, heute liegt es in Auflage 3 vor, gedruckt 2013 bei Springer Vieweg, knapp 500 Seiten stark und inzwischen ein Standardwerk zum Thema CAFM, das sogar in Englisch verfügbar ist, weil auch im englischsprachigen Raum ein entsprechendes Werk fehlte. The Facility Manager‘s Guide to Information Technology hat heute den Status required reading an US-Universitäten und soll dieses Jahr in einer Neuauflage erscheinen.

2007 begann der Arbeitskreis CAFM, ein objektives Zertifizierungsverfahren für CAFM-Software zu entwickeln – die GEFMA 444. Drei Jahre später konnten die ersten Systeme zertifiziert werden – gleich 20 Hersteller nutzen die Möglichkeit und bekamen es für die geprüfte Software-Version für die Dauer von zwei Jahren. Die Richtlinie wird jährlich aktualisiert und umfasst derzeit 14 Kataloge.

Vor sechs Jahren begann der Arbeitskreis, sich des Themas Wirtschaftlichkeit anzunehmen. Er entwickelte zügig das ROI-Treibermodell und schob im selben Jahr 2010 die Richtlinie 460 nach.

Mehr Ausblick zum Einblick der CAFM-Marktübersicht schaffte der AK in Zusammenarbeit mit einer studentischen Unternehmensberatung: Sie begannen, Daten bei CAFM-Anwendern und Unternehmen zu sammeln, die sich mit dem Gedanken einer CAFM- Einführung trugen, und stellten 2013 erstmals die CAFM-Trendstudie vor. Seit 2015 wird sie als CAFM-Trendreport in erweiterter Form fortgeführt.

Das jüngste Baby, das der Arbeitskreises flankiert, ist die Fachtagung IT im Real Estate und Facility Management, die auf der diesjährigen INservFM 2016 ihre Premiere feierte.

Was bleibt, ist das Thema Forschung. Auch hier ist der Arbeitskreis aktiv. Er kooperiert mit Forschungseinrichtungen und Hochschulen. Mit ihnen will er noch stärker als bisher Forschung im FM/IT-Bereich initiieren. Schwerpunkte werden hierbei die Themen BIM und IT-Integration bilden.

Den Erfolg des Arbeitskreises hat May in einem Gespräch mit CAFM-News kürzlich so begründet: „Arbeitskreis bedeutet für mich ‚arbeiten‘ und nicht ‚kreisen‘. Anders ausgedrückt: Das Engagement und die Sacharbeit müssen stets im Vordergrund stehen. Allerdings ist es uns gelungen, dies stets in einer sehr angenehmen, ja freundschaftlichen Atmosphäre umzusetzen“, berichtet May.

Doch nicht immer konnten alle Interessierten die Schlagzahl auf dem nötigen Niveau halten. „Mitglieder, die diesem Anspruch nicht gerecht werden konnten – aus welchen Gründen auch immer – mussten den AK auch wieder verlassen, um anderen Interessierten die Chance der Mitarbeit zu eröffnen“, blickt May zurück. Die Atmosphäre hat das dennoch nicht beeinträchtigt: „Aber selbst das haben wir stets in gutem Einvernehmen hinbekommen“, bestätigt May das positive Klima im AK.

Damit beide Seiten die Möglichkeit haben, einander zu beschnuppern, ist die Mitarbeit im Arbeitskreis auch zu Beginn mit einer Frist versehen: „Eine Mitgliedschaft im AK CAFM besteht zunächst für ein Jahr auf Probe“, erläutert May die Regularien dieser CAFM-Erfolgsgeschichte. Bleibt zu hoffen, dass sie ebenso erfolgreich weiter geschrieben werden kann. Es sich danach aus.


Abbildungen: Privat

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