Smart Grid: Noch nicht eingeführt und schon überholt

Das Smart Grid verbindet alles zur cleveren Stromnutzung (Bild: Siemens)

Das Smart Grid verbindet alles zur cleveren Stromnutzung (Bild: Siemens)

(cafm-news) – Smart Grid, das angeblich clevere Stromnetz, ist noch nicht eingeführt, aber schon überholt. Das meint der Fachjournalist Andreas Schwander in seinem lesenswerten Artikel Das dumme Ende des intelligenten Netzes.

Die These ist provokativ, aber gut verargumentiert: Das Smart Grid, das mit intelligenten Stromzählern den Stromverbrauch an den Energiedienstleister meldet, energiehungrige Geräte, die nicht zu bestimmten Zeiten laufen müssen, automatisch in einem optimalen Verbrauchsfenster aktiviert, Solarstrom bei Bedarf hausintern nutzt und sonst ins Netz einspeist und das E-Auto selbsttätig als Energiepuffer nutzt – dieses scheinbar clevere Smart Grid ist längst veraltet. Denn sein zentralistischer Ansatz ist Unsinn.

Das Smart Grid hat aber auch jede Menge Nachteile: Es macht den Stromkunden gegenüber seinem Lieferanten transparent. Es könnte gehackt werden. Und das Smart Grid kann für Chaos sorgen. Denn wenn die klugen Zähler und Steuerungen nach den selben Kriterien entscheiden, schalten sie unisono im günstigsten Energiefenster alle Waschmaschinen an und initiieren immense Lastschwankungen. So belegt in einer Simulation der Uni Bremen.

Dass es auch anders geht, belegt das Tiko-System der Swisscom. Die Schweizer haben folgen nicht der Geiz-ist-geil Mentalität, sondern überlegen lieber etwas länger. Mit dem Timo-System steuern sie gleichfalls Haushaltsgeräte, aber so, dass automatisch Lastschwankungen ausgeglichen werden. Sie sorgen durch die Summe synchron oder asynchron geschalteter Kleinverbraucher für ein automatisch stabilisiertes Stromnetz. Sehr smart und ohne Smartmeter.

Dass es für Verbraucher deshalb nicht teurer werden muss, während die Dienstanbieter trotzdem noch etwas dazu verdienen, macht Schwanden ebenso deutlich, wie die Datenhoheit, die beim Verbraucher bleibt.

Den vollständigen Text des lesenswerten Artikels Das dumme Ende des intelligenten Netzes finden Interessierte online.


Abbildungen: Siemens

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