Plattform BIM im Gebäudebetrieb: Harmonisierung der Digitalisierungs-Initiativen rund um BIM

Fast auf einer Linie: Michael Kluge, planen-bauen 4.0; Thomas Liebich, buildingSMART; Ulrich Glauche, GEFMA/VDI; Matthias Mosig, GEFMA; Karin Albert, RealFM; Clemens Schickel, BTGA; Doris Bele, FMA; Klaus Aengenvoort, Uwe Forgber, Jan Schipper, CAFM RING; Ralf Golinski

Fast auf einer Linie: Michael Kluge, planen-bauen 4.0; Thomas Liebich, buildingSMART; Ulrich Glauche, GEFMA/VDI; Matthias Mosig, GEFMA; Karin Albert, RealFM; Clemens Schickel, BTGA; Doris Bele, FMA; Klaus Aengenvoort, Uwe Forgber, Jan Schipper, CAFM RING; Ralf Golinski



CAFM-NEWS – Sieben Verbände aus dem deutschsprachigen Raum wollen ihre Initiativen zu BIM harmonisieren. Hierzu trafen sich jetzt BTGA, buildingSMART, CAFM RING, Facility Management Austria, GEFMA, planen-bauen 4.0 und RealFM zu ihrem 2. BIM Roundtable. Ziel ist, den Austausch digitaler Daten von Immobilien, ihren Anlagen und Dokumenten absprachelos und standardisiert zu ermöglichen.

Der geplante Austausch umfasst hierbei die Phasen von Planung über Realisierung bis Betrieb und soll alle beteiligten Firmen einbinden, so dass jedes Gewerk und jeder Zuständige auf Basis verlässlicher Daten optimal arbeiten kann.

Insgesamt haben die sieben Verbände sechs Positionen festgelegt, die ihre zukünftige Arbeit flankieren werden. Sie lauten:

  1. Die Standardisierungsarbeiten auf internationaler und europäischer Ebene bei ISO und CEN sowie auf nationaler Ebene bei ASI, VDI, DIN und buildingSMART bieten bereits hinreichende Orientierung, um in großen wie auch kleinen Projekten und Objekten BIM-Methoden zu verwenden, Erfahrungen zu sammeln und in eine agile BIM-Entwicklung einzutreten.

  2. Ein wesentliches Merkmal für den Nutzen von Building Information Modeling ist der standardisierte und absprachefreie Austausch von digitalen Daten über Flächen, technische Anlagen und Dokumenten zwischen organisationsinternen Beteiligten und zwischen Vertragspartnern. IFC bietet dazu die international übergreifende Grundlage. Doch „den einen Standard“ für alle Beteiligten wird es in absehbarer Zeit kaum geben. Vielmehr sind für konkrete Anwendungsfälle, unterschiedliche Prozesse und verschiedene Zielgruppen der privaten Wirtschaft und der öffentlichen Verwaltung Filter, Selektionen und Validierungen erforderlich, um pragmatisch handeln zu können. An exakt dieser Stelle agiert eine Fülle von Initiativen an der Erstellung von definierten Ausschnitten des übergreifenden IFC-Standards. Die Plattform für BIM im Gebäudebetrieb, der BIM Roundtable, will hier zu Wissenstransfer, Orientierung und Verlässlichkeit beitragen: Gemäß der Prämisse von Open BIM und auf Basis von IFC, strukturiert nach GEFMA 924 und VDI 2552 haben sich Repräsentanten von BTGA, buildingSMART, CAFM RING, Facility Management Austria, GEFMA, planen-bauen 4.0 GmbH und RealFM auf die Harmonisierung ihrer Initiativen verständigt. Angestrebt ist, weitere Initiativen für eine Teilnahme zu gewinnen und im Ergebnis eine Harmonisierung zum Wohle und Nutzen der Branchenbeteiligten im gesamten deutschsprachigen Markt zu ermöglichen.

  3. Die Beteiligten sind sich darüber einig, die Arbeit der Initiativen so auszugestalten, dass sie ausschließlich neutrale und herstellerunabhängige Schnittstellen für den Datenaustausch, basierend auf den Industry Foundation Classes (IFC), unterstützen und inhaltlich weiter ausgestalten. Zunächst werden drei ausgewählte BIM-Profile zur Verfügung gestellt, mittels derer beispielhaft ein digitaler Datenaustausch unternehmensübergreifend, fallbezogen und absprachelos erprobt werden kann.

  4. Um den sinnvollen Einsatz von BIM-Methoden und BIM-Modellen als wesentliches Element des digitalen Transformationsprozesses der Immobilienwirtschaft weiter zu fördern, will sich die verbandsübergreifende Plattform BIM im Gebäudebetrieb auch für den Wissenstransfer einsetzen. Als Basis dafür soll das Innovationsforum Bauen 4.0 der Initiative planen-bauen 4.0 mit Beispielen aus der Praxis unterstützt werden.

  5. Für die Verantwortlichen im Gebäudebetrieb erschließt sich über die Harmonisierung und Standardisierung von Fachinhalten und den absprachefreien Austausch digitaler Daten dieser Nutzen:
    • a. Höherer Vertragssicherheit in der unternehmensübergreifenden (kollaborativen) Zusammenarbeit durch einheitliches Begriffs- und Leistungsverständnis.
    • b. Höhere Rechtskonformität gegenüber Vorgaben zum Arbeitsschutz und zu Betreiberpflichten.
    • c. Reduzierung von Haftungsrisiken.
    • d. Reduzierung der Aufwendungen für Datenerfassung und -pflege.
    • e. Ermöglichung des Einsatzes neuer Technologien wie IoT, etwa für prädiktive Instandhaltung.
    • f. Wettbewerbsvorteile durch Organisations- und Prozessautomatisierungen
    • g. Reibungslose und aufwandsarme Datenübertragung bei FM-Dienstleisterwechsel oder Immobilientransaktionen

  6. Für die am phasenübergreifenden Lebenszyklus von Immobilien beteiligten Branchen erschließt sich dadurch dieser Nutzen:
    • a. Höherer Vertragssicherheit bei der Übergabe/Übernahme (Kauf und Verkauf) von
      Immobilien.
    • b. Höhere Rechtskonformität gegenüber Vorgaben zum Arbeitsschutz und
      Betreiberpflichten.
    • c. Wertsteigerungen durch eine validierte Dokumentation.
    • d. Erfüllung der Betreiberverantwortung am Inbetriebnahmetag.
    • e. Reduzierung von Haftungsrisiken.
    • f. Reduzierung der Aufwende für Datenerfassung und -pflege.

Das Positionspapier liest sich unter Punkt 3. übrigens wie ein Freifahrschein für CAFM-Connect und die jüngst vorgestellten BIM-Profile für die Datenschnittstelle des CAFM-Rings. Das muss nicht verkehrt sein, ist das Format inzwischen im Markt akzeptiert. Es dürfte sich daher lohnen, die weitere Entwicklung im Auge zu behalten – oder gleich mitzugestalten.



Abbildungen: CAFM-Ring



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