Konzept aus Promotion könnte CAFM-Markt spürbar beflügeln

Dr. Asbjörn Gärtner hat den FMA.Codex entwickelt

Dr. Asbjörn Gärtner hat den FMA.Codex entwickelt

(cafm-news) – „Innovative IT-Schnittstellen im Facility Management zur Kopplung webbasierter CAFM-Systeme mit neuen Gebäudeautomationstechnologien“ – der Titel von Dr. Asbjörn Gärtners Promotion ist etwas sperrig. Doch was der Leiter des operativen Managements der BFM GmbH dort konzeptionell umreißt, könnte den CAFM-Markt kräftig beflügeln, denn es greift weit über die schlichte Verwaltung von Technik auf Karteikärtchen und Datenbanken hinaus: Würde das FMA.Codex genannte Integrationsmodell eingeführt, würden Gebäudeautomations-Technik und intelligente Elektrogeräte automatisch in einer CAFM-Software mounten und ließen sich anschließend direkt aus dieser kontrollieren und steuern. Auf dem Weg dahin liegen allerdings noch ein paar Steine.

Heizung, Lüftung, Klima, Licht, Elektrogeräte, Jalousien, Rauchklappen, Schließsysteme, Sicherheitskomponenten – die Liste von Gebäudeautomations-Technik und -Elektronik, die es zu überwachen und zu steuern gilt, ist lang. Bisher erfordern die verschiedenen Komponenten eine jeweils eigene auf Bus-Technologie basierende Steuerungssoftware, falls sie nicht überhaupt manuell mit Tastern am Gerät oder Wandschaltern vor Ort bedient werden. Zusammengefasst finden sich all diese Komponenten bereits für das Anlagen- und Wartungsmanagement in einem IP-basiertenCAFM-System, weshalb dieses auch der logische Ort für eine zentrale Automationssteuerung ist. Das dachte sich auch Asbjörn Gärtner bei seiner Promotion, die in der Entwicklung des FMA.Codex mündete.

FMA.Codex steht für Facility Management and Automation Control Data Exchange und beschreibt, welche Schnittstellen, Protokolle, Datenformate und Schritte nötig sind, um Gebäudetechnologie über ein CAFM-Systeme zu steuern. Um ein Höchstmaß an Flexibilität und Verfügbarkeit für die Anwender zu erhalten, will Gärtner webbasierte und datenbankgesteuerte CAFM-Lösungen einsetzen. Und damit das FMA.Codex genannte Integrationsmodell von den Herstellern zügig umgesetzt werden kann, setzt er auf vorhandene Technologien und Standards wie UPnP und XML.

Das FMA.Codex beschreibt Optionen der Vernetzung von Gebäudeautomation und CAFM-Software

Das FMA.Codex beschreibt Optionen der Vernetzung von Gebäudeautomation und CAFM-Software

„Das Konzept ist da, die Grundlagen auch, aber am Markt fehlen noch die Produkte, sie müssen jetzt entwickelt werden“, umreißt Asbjörn Gärtner den Stand der Dinge. Ein Simulationsmodell gibt es schon, das auf der FM-Messe in wenigen Tagen auf dem dem KeyLogic-Stand zu sehen sein wird. An ihm lässt sich das grundlegende Konzept zeigen. Die tatsächliche Tiefe, die sich als Potenzial in dem Konzept offenbart, ist dabei aber bei weitem nicht erreicht. „Das Fernziel ist, beliebige Gebäudeautomations-Komponenten an das Netzwerk anschließen zu können, dass diese von der CAFM-Software automatisch erkannt und integriert werden und dass sie anschließend aus der Software heraus manuell, auf Basis von geplanten Szenarien, Timern oder automatisiert gesteuert werden können“, beschreibt Gärtner.

Damit das gelingt, müssen die Geräte-Hersteller die Steuerungsmöglichkeiten für die jeweiligen Funktionen ihrer Geräte noch implementieren. Die Aufgabe sollte sich leicht lösen lassen, denn im Bereich der Unterhaltungselektronik sind ähnliche Lösungen schon zu finden. Grundlage ist auch hier UPnP, die Universal Plug and Play Technologie. UPnP wurde ursprünglich von Microsoft eingeführt und ermöglicht es, von Audio-Komponenten über IT-Peripherie wie Router und Drucker bis zu Haussteuerung unterschiedlichste Geräte über das selbe Daten-Netzwerk zu kontrollieren. Parallel müssen CAFM Hersteller die notwendigen Schnittstellen in ihre Produkte implementieren und angepasste Prozesse beispielsweise für Auto-Mounting, Interaktion und automatisierte Anlagen-Bereitstellung nach dem Plug and Play Prinzip integrieren.

Der Vorteil für die Nutzer wäre, dass nur noch eine einzige Software nötig wäre, um ihre Gebäudeautomations-Komponenten umfassend unter Kontrolle zu haben. Das reduziert die Investitionen und vereinfacht die Nutzung verschiedenster Elemente unterschiedlichster Hersteller. Zugleich können beispielsweise im Rahmen des Energiecontrollings automatische Steuerungsroutinen direkten Einfluss auf die Komponenten nehmen, so dass gesteckte Ziele leichter realisiert werden können. Der Vorteil für die Komponenten-Hersteller wäre, dass sie durch standardisierte Schnittstellen und Steuerungsverfahren einen breiten Markt bedienen können und sich die Entwicklungskosten für proprietäre Lösungen sparen. Und die CAFM-Hersteller bieten mit der Funktionserweiterung ihrer Systeme durch die Import- und Steuerungsmechanismen für gebäudetechnische Einrichtungen einen perspektivisch immer wichtigeren Mehrwert, dessen Nutzen sich quasi von selbst kommuniziert und CAFM-Software zu einem noch wichtigeren Element der effizienten und wirtschaftlichen Immobilien-Verwaltung macht.

Den FMA.Codex stellt Dr. Asbjörn Gärtner auf der FM Messe in seinem Kongressbeitrag am Mittwoch, 26.02., um 15 Uhr im Themen-Slot IT im FM I und während der gesamten Messe in Halle 11 auf Stand A30 bei KeyLogic vor.

Abbildungen: Dr. Asbjörn Gärtner

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