CAFM-Zahl der Woche: 14.500.000

Die CAFM-Zahl der Woche ist die 14.500.000 für die Summe, die der Deutschen Wohnen wegen Verstoßes gegen die DSGVO als Strafe aufgebrummt wurde
Die CAFM-Zahl der Woche ist die 14.500.000 für die Summe, die der Deutschen Wohnen wegen Verstoßes gegen die DSGVO als Strafe aufgebrummt wurde

 

CAFM-NEWS – Die CAFM-Zahl dieser Woche ist die 14.500.000. Dieses in Euro ist die Strafe, die kürzlich gegen die Deutsche Wohnen wegen eines Verstoßes gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verhängt wurde. Getan hat das der Berliner Datenschutzbeauftragte.

Mit der DSGVO meinen es die Gesetzeshüter offenbar ernst. Fast 15 Millionen Euro darf die Wohnungsbaugesellschaft Deutsche Wohnen jetzt berappen, weil sie das Thema Datenschutz mit Blick auf ihre Kundendaten etwas zu lax gehandhabt hat.

Dabei war die Strafe ein Schlag ins Kontor mit Ankündigung. Denn die Deutsche Wohnen war schon zwei Jahre lang vorgewarnt. 2017 hatte der Datenschutzbeauftragte bereits das Archivsystem bemängelt und angeraten, es zu modernisieren. Gesagt, verschnarcht. Als 2019 nachgeprüft wurde, war da nämlich noch immer das alte, mangelhafte Archiv aktiv. Dafür gab es jetzt als Penn-Penalty die Rekordstrafe.

Das ist für die Deutsche Wohnen dreifach unerfreulich. Zum einen, weil die 14.500.000 Strafe leicht vermeidbar gewesen wären. Dann, weil sie das Archiv nun trotzdem ändern und diese Änderungen natürlich auch noch bezahlen müssen. Und dann, weil man von den 14.500.000 Euro auch eine ganze Latte neuer Wohnungen hätte bauen können.

Wir haben das Bauszenario mal nachgerechnet:

Bei einem Quadratmeterpreis von 2.400 Euro beim Bau von Mehrfamilienhäusern ließen sich mit 14.500.000 Euro insgesamt 6042 Quadratmeter Fläche bauen. Hätte die Deutsche Wohnen den Datenschutz ernster genommen und sich auf Single-Wohnungen konzentriert, die derzeit sehr begehrt sind, hätte sie jede Menge neue Einnahmequellen realisieren können:

  • bei einer Wohnungsgröße von 40 qm 151 Wohnungen
  • bei einer Wohnungsgröße von 50 qm 121 Wohnungen
  • bei einer Wohnungsgröße von 60 qm 101 Wohnungen
  • bei einer Wohnungsgröße von 73 qm 83 Wohnungen

Zugegeben, die Zahlen sind minimal gerundet, aber selbst bei einer Durchschnittsmiete von 10 Euro pro Quadratmeter, die inzwischen sogar in Großstädten wie Hannover gezahlt werden, bedeuten die theoretisch baubaren 6040 Quadratmeter Wohnfläche monatliche Mieteinnahmen von 60.400 Euro. Diese hätten nach 240 Monaten die Strafe egalisiert – also nach 20 Jahren.

Na gut, 20 Jahre sind noch eine Weile hin. Aber ein Plus in der Kasse ist immer ein Plus in der Kasse. Die 14.500.000 Euro sind dagegen schon jetzt  hin. Und das dauerhaft.

Schade drum.



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Abbildungen: CAFM-News




Die CAFM-News präsentieren die Zahl der Woche in Zusammenarbeit mit dem Studiengang Technisches Facility Management am Fachbereich Duales Studium der HWR Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin und ihrem Dozenten Ralf Rieckhof, im Hauptberuf Consultant bei pit-cup




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