Et kütt: Servparc gewinnt langsam an Kontur

Bernhard Ruess und Simone Pfisterer geben Einblick in den aktuellen Stand der Servparc 2019
Bernhard Ruess und Simone Pfisterer geben Einblick in den aktuellen Stand der Servparc 2019

CAFM-NEWS – Langsam nimmt die Servparc Kontur an. Nach der Präsentation des neuen Messe-Konzepts für die FM-Branche auf der INservFM vor fast genau einem Jahr hat sich inzwischen eine Reihe von Unternehmen einen Platz als Aussteller gebucht. Und auch erste Konzepte für den kollektiven Fachaustausch scheint es zu geben. Die CAFM-News haben hierzu mit Simone Pfisterer, Bereichsleiterin bei der Mesago, und Bernhard Ruess, Bereichsleiter Communikation der Mesago, gesprochen.

 

CAFM-News: Frau Pfisterer, Herr Ruess, die Servparc entwickelt sich offenbar mehr im Stillen, statt massiv die potenziellen Zielgruppen zu umwerben. Oder täuscht der Eindruck?

Ruess: Ich erlebe hier ein Team von Menschen, die mit unglaublichem Herzblut an der Sache arbeiten und mit hohem persönlichem Einsatz seit einem Jahr für die Servparc tätig sind.

Pfisterer: Wir erhalten auch eine riesengroße Resonanz aus der Branche und es scheint nicht, als sei die Branche von dem neuen Konzept überfordert. Wir haben eine hohe Teilnehmerquote und pflegen einen intensiven Austausch. Erst kürzlich waren wir beispielsweise bei Archibus und haben in Saarbrücken über die Servparc gesprochen.

 

CAFM-News: Von Gesprächen wird mir aus dem Markt allerdings nichts berichtet, da klagen die CAFM-Hersteller eher über Funkstille.

Pfisterer: Es laufen sehr viele Gespräche, teilweise auch anders, als Ihnen signalisiert wurde.

 

CAFM-News. Ist das Konzept der Servparc vielleicht eine Spaßbremse für potenzielle Aussteller?

Pfisterer: Etwas Neues ist immer erklärungsbedürftig. Und wir würden uns auch wünschen, alle Neuerungen in einem Schwung veröffentlichen zu können. Es arbeiten viele kluge Klöpfe an dem Konzept, das sich im Zuge der Gespräche, die wir führen, stetig weiterentwickelt.

 

CAFM-News: Was passiert außer den vielen Gesprächen, wie Sie sagen, noch hinter den Kulissen, um die Servparc zum Fliegen zu bringen?

Pfisterer: Wir arbeiten an einer Besucherkampagne, arbeiten intensiv am Vortragsprogramm und dem Raumkonzept. Das ist eine schrittweise Entwicklung. Ideal wäre es natürlich, den Markt sofort zu informieren, das ist aber bei dem neuen Veranstaltungsmodell nicht möglich. Daher sind wir auf eine sukzessive Veröffentlichung angewiesen. Natürlich müssen wir den Markt mitnehmen, und das scheint zu funktionieren, denn die Resonanz ist sehr groß.

 

CAFM-News: Das klingt, als seien Sie fast ein bisschen missionarisch unterwegs…

Ruess: Da haben Sie natürlich Recht, wir sind tatsächlich ein bisschen missionarisch unterwegs. Man hat ja, wenn man etwas Neues startet, nicht die Gewissheit, dass es fliegt, da müssen wir Überzeugungsarbeit leisten. Mit dem Konzept der Servparc gehen wir, die Mesago, als Unternehmen auch ein Risiko rein und investieren nicht unwesentlich, um die Veranstaltung zu einem Erfolg zu machen.

 

CAFM-News: Nun gilt die FM-Branche, wie überhaupt das Immobilien-Segment, als tendenziell innovationsscheu. Das sind keine idealen Voraussetzungen für ein neues Format.

Ruess: Die Kollegen sind mit viel Ehrgeiz und Lust bei der Sache. Es muss natürlich Überzeugungsarbeit geleistet werden, aber in unseren Augen gibt es kaum eine andere Branche wie FM einschließlich CAFM, wo sich ein solches Format anbietet und es lohnt, so etwas Neues auszuprobieren. Die Vergangenheit lässt vermuten, dass ein klassisches Messeformat für den Themenkomplex Facility Management vielleicht gar nicht optimal ist, und dass so ein hochinteraktives Format wie die Servparc wahrscheinlich besser ist.

 

CAFM-News: Nun löste ja schon bei der ersten Präsentation die Aussicht auf gebrandete Sofas und Stehtische zum Plaudern ein gerüttelt Maß an Skepsis aus. Ist das Konzept vielleicht doch zu modern für den Markt?

Ruess: Es gibt zwar Aussteller, die im Kopf noch an ihren 36 Quadratmetern festhängen – das ist ein vertrauter Rahmen und daher verständlich – aber insgesamt wird das Konzept gut aufgenommen. Die Sofas sind jedenfalls schon vollständig ausgebucht.

 

CAFM-News: Wie sehen Sie die Perspektive der Servparc? Martin Roschkowski, einer Ihrer Geschäftsführer, hat ja in der Januar-Ausgabe der Zeitschrift Facility Management der Branche genau diesen einen Versuchsballon im Juni als letzte Chance für eine FM-Veranstaltung unter der Flagge der Mesago beschrieben.

Ruess: Wenn wir unsere Wünsche äußern dürften und uns eine Servparc in fünf Jahren vorstellen, ist das ein hochaktives Modell. Das ist die Vision, an der wir hart arbeiten, damit sie Wirklichkeit wird. Wie gesagt, es ist wahrscheinlich das bessere Format für die Branche.

 

CAFM-News: Die Branche ist aber weiterhin eher dürftig informiert, zumindest auf den offen zugänglichen Kanälen. Auf der Website schaut es heute (20.02.2019) noch eher leer aus: Keine Preise für Besucher, kein Programm, nur eine Liste der Aussteller, die auf deren Websites verlinkt ist… – wann wird beispielsweise ein Konzept online zu finden sein?

Pfisterer: Wir werden nächste Woche eine neue Besucherwebsite mit Ticketshop launchen. Dort wird auch das Programm der Stages nach und nach veröffentlicht und sukzessive weitere Maßnahmen wie z.B. ein virtueller Hallenrundgang hinzukommen.

 

CAFM-News: Was wird die Website in Summe bieten?

Pfisterer: Natürlich Hallenplan und Vortragsprogramm, außerdem einen Interaktiven Hallenrundgang, Keynote-Redner und Best Practice-Beispiele aus der Ausstellerschaft, Informationen zum Abendevent am Mittwoch – der After Show Party – einschließlich der Mitmachaktionen an diesem Abend, die Preise für Besucher und auch die Besucherregistrierung.

 

CAFM-News: Wo werden die Tickets preislich liegen?

Ruess: Die Preisliste wird mit der neuen Besucherwebsite veröffentlicht. Wir können Ihnen heute aber bereits sagen, dass Eintrittspreise für die Servparc mit integriertem hochwertigem Vortragsprogramm zwar höher sind als seinerzeit ein Messeticket der INservFM, aber wesentlich günstiger als ein Kongressticket. Zudem wird ein Frühbuchertarif angeboten und Schüler und Studenten haben auch weiterhin die Möglichkeit, die Veranstaltung kostenfrei zu besuchen.

 

CAFM-News: Es gibt ja keinen klassischen Studenten-Tag mehr, wie noch zu Zeiten der FM-Messe. Wie wollen Sie Studierende für die Veranstaltung begeistern?

Pfisterer: Hier knüpfen wir an die Vorveranstaltung an. Schon auf der INservFM haben wir versucht, Studierende mit der Programmgestaltung über alle Tage hinweg anzusprechen. Es wird auf der Servparc ein spezielles Karriereforum für die Zielgruppe geben, eine Keynote zum Thema Karriere, und Schüler und Studenten können, wie schon gesagt, das gesamte Angebot der Servparc nutzen.

 

CAFM-News: Und wie steht es mit dem Thema Software?

Ruess: Hier sprechen wir auch mit den wichtigen Personen. Beispielsweise ist uns die Teilnahme des CAFM-Rings wichtig und wir möchten, dass der Verband auf einer der Stages präsent ist. Er hat in den letzten Jahren viel wichtigen Input gebracht und diese Leistung gilt es natürlich zu würdigen.

 

CAFM-News: Vielen Dank für dieses Gespräch.

 

 

Die Servparc – Hotspot für Facility Management, Industrieservice und IT-Lösungen – findet am 25. und 26. Juni 2019 auf dem Messegelände in Frankfurt am Main statt.

Abbildungen: Mesago Messe Frankfurt GmbH



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