Janz weit draußen: Einsame Orte sicher überwachen

Die Zutaten für ein Überwachungs-System jenseits von DSL- und kabelanschluss: Fritz!Box 6820 LTE, Blink Classic Kamera und Blink Sync Modul

Die Zutaten für ein Überwachungs-System jenseits von DSL- und Kabelanschluss: Fritz!Box 6820 LTE, Blink Classic Kamera und Blink Sync Modul



CAFM-NEWS – JWD – janz weit draußen. Hier in Norddeutschland steht das für irgend einen Ort im gefühlten Nirgendwo. Ganz weit weg. Wer im FM einen solchen Ort zu überwachen hat, freut sich über einfache und verlässliche Hilfsmittel. Für die CAFM-News habe ich probiert, ob sich mit geringerem Finanzeinsatz ein taugliches Überwachungs-System umsetzen lässt.


Günstiges Set

In der Regel kosten Überwachungssysteme vierstellige Summen, zumindest professionelle Systeme, die verkabelt an Wände gedübelt werden. Ob es immer das große Besteck sein muss, ist dabei völlig offen.

Im Prinzip geht es nämlich auch für Summen, die auch bei mehreren Kameras dreistellig bleiben – Netzverbindung inklusive.

Um zu sehen, wie gut das tatsächlich funktioniert, auch im Nirvana remote den Überblick zu behalten, haben wir uns folgendes Test-Setup zusammen gestellt:

  • Blink Classic 2-Kamera-Set – 279,99 Euro
  • Blink XT Add-on Kamera – 139,99 Euro
  • Router: Fritz!Box 6820 LTE – 199,00 Euro
  • App: Blink Home Monitor – kostenlos

Im Laden kosten die Produkte nach Liste zusammen keine 650 Euro. Das ist nicht schlecht – wenn sie denn etwas taugen. Für die Blink XT kann ich das bezeugen, denn sie passt seit gut einem Jahr auf mein Haus auf. Der Router hat erst kürzlich seinen Umkarton verlassen, wurde aber in verschiedenen Magazinen recht gut getestet.


Datentarif

Reine Datentarife sind hierbei gleichfalls nicht das Nadelöhr. Günstige Angebote liefern schon für unter 10 Euro ein Datenvolumen von 1 MB. Das reicht bei den gewählten drei Kameras durchaus, wenn nur gelegentlich jemand durchs Bild läuft. Bei größerem Publikumsverkehr ist ein Laufzeit-Vertrag die bessere Wahl.

Bei der getesteten Situation mit bis zu 30 Auslösungen in der Woche entsprach das Datenvolumen 612 MB, von denen 430 MB gesendet wurden.


System Set-up

Der Charme dieser Lösung ist, dass sie sich direkt mit einem Smartphone einrichten lässt – was der Zufall lehrte, weil der Notebook-Akku schlapp gemacht hatte.

In Schritt 1 wird der Router vorbereitet: SIM-Karte entpacken, in den SIM-Slot einschieben, das Netzteil anschließen und in die Steckdose stecken.

Sobald der Router gestartet ist, startet sein WLAN auch. Mit ihm muss sich das Endgerät verbinden, das für das Set-up verwendet wird.

Auf dem Endgerät wird anschließend ein beliebiger Webbrowser gestartet. Mit der Adresse http://fritz.box öffnet die Weboberfläche des Routers. AVM liefert die Log-in Daten in einem Info-Blatt mit – und anschließend sollte man die wesentlichen Daten gleich mal ändern.

Davor steht aber noch eine andere Aufgabe: Die PIN der SIM-Karte eingeben. Ist das geschehen, der Netzanbieter bestätigt und der Router passend platziert, ist auch der LTE-basierte Internetzugang offen.

Zum passend platzieren gibt es zwei Optionen:

  • Auf der Vorderseite der FritzBox zeigen drei grüne LEDs die Signalstärke an – das schafft eine grobe Orientierung.
  • Feiner geht es über die Admin-Oberfläche. Hier gibt es eine recht sensible Funktion, die sich gezielt aufrufen lässt und die Positionierung sehr vereinfacht – einschließlich Drehung des Gehäuses.

Jetzt sollte der Empfang stimmen und es kann weiter gehen.

In Schritt 2 wird nicht das Blink-System eingerichtet, sondern die App Blink Home Monitor aus dem jeweiligen App-Store auf das Smartphone geladen. Es ist nötig für Schritt 3.

In Schritt 3 wird das Blink Sync-Modul per USB mit dem Stromnetz verbunden, damit es startet. Sobald es das getan hat, muss das Smartphone mit dem WLAN des Sync-Moduls verbunden werden, um die Daten des anschließend verwendeten WLANs einzugeben – Name, Passwort, Verschlüsselungs-Methode. Das geschieht über die Blink-App, die bebildert Schritt für Schritt durch den notwendigen Prozess führt.

In Schritt 4 wird die erste Kamera in das System integriert. Auch dies geschieht mit der Blink-App – gleichfalls bebildert und damit praktisch narrensicher. Die weiteren Kameras folgen der Systematik.

In Schritt 5 werden die Kameras platziert, und zwar da, wo sie benötigt werden. In diesem Fall auf einem Garagenhof: Eine mit Blick auf die Einfahrt und zwei, die von links und rechts die parallelen Garagenreihen überblicken.


Ergebnis

Es dauert keine halbe Stunde und die drei Kameras sind online – Router Set-up inklusive. Das ist fix. Die Bilder sind am Tag sehr gut und mit originalen 1920 x 1020 Pixeln gut aufgelöst.

In der Nacht ist die Lage etwas anders, da der Garagenhof lang und die Reichweite der Infrarot-Ausleuchtung nicht in große Tiefe scheint. Das ließe sich allerdings durch weitere Kameras kompensieren, die an entsprechender Stelle platziert werden – Blink lässt bis zu zehn Kameras pro System zu. Das sollte im Normalfall reichen. Alternativ ließe sich ein zweites System per App aufsetzten und über die selbe App kontrollieren.

Da die Kameras mit Batterien laufen, sind Steckdosen im Umfeld unnötig. Nur der Router braucht ein Stromnetz – das in einer der Garagen verfügbar ist. Prinzipiell ließe sich das System sogar mit einer Solarzelle und einer Pufferbatterie betreiben, denn das Netzteil regelt die 220 Volt auf handliche 5 USB-Volt herunter. Damit wäre das System vollständig autark.


…und die Meldungen?

Bleibt die Frage nach den Meldungen. Die gehen auf dem Smartphone ein, das für die Einrichtung genutzt wurde. Allerdings lässt sich, der Empfängerkreis erweitern, indem die Daten des Blink-Accounts geteilt werden. So haben immer mehrere die Lage im Blick und können reagieren, wenn eine Meldung im Screen aufpoppt.

Ausgelöst werden diese durch jede erkannte Bewegung. Auch Geräusche und die in die Kameras integrierten Temperatur-Sensoren können als Trigger verwendet werden und Meldungen erzeugen.

Jede Meldung ist von einem Video flankiert, das auch direkt aus der App verschickt werden kann, beispielsweise an Sicherheitskräfte. So lassen sich schnell die passenden Schritte entscheiden – oder Übeltäter gezielt dingfest machen.


Fazit

Es ist zwar nicht primär für professionelle Überwachungs-Aufgaben gedacht, aber sie lassen sich dennoch mit ihm realisieren: Ein LTE-Router und eine handvoll gut auflösender Kameras schaffen Sicherheit und Überblick auch da, wo sonst nur mit einem Generator oder viel Aufwand aktuelle Bilder zu haben wären. Die werden sofort gemeldet und auch die Videos können unmittelbar kontrolliert werden – klassische Überwachungssysteme benötigen dafür Personal in einem eigenen Raum mit diversen Monitoren. Da sei der Gedanke erlaubt:

Ein professionelles System ist meist das, was als Maß der Dinge gesehen wird. Aber vielleicht ist es gar nicht immer nötig. Zumindest lässt unser Test das vermuten.



Abbildungen: CAFM-News



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