GEFMA 444: Was fragt der neue BIM-Katalog A15?

Die GEFMA 444 ist um einen weiteren Katalog gewachsen: Der Katalog A15 fokussiert auf die Verträglichkeit von CAFM-Software mit grundlegenden Daten-Fragen des BIM

Die GEFMA 444 ist um einen weiteren Katalog gewachsen: Der Katalog A15 fokussiert auf die Verträglichkeit von CAFM-Software mit grundlegenden Daten-Fragen des BIM



CAFM-NEWS – Vor wenigen Wochen stellt die GEFMA den 15. Katalog für die Zertifizierung nach GEFMA 444 vor – den BIM-Katalog, auf dessen Basis bei CAFM-Software nun auch Funktionalität mit Blick auf Building Information Modeling abgefragt werden können.

Eines stellt die GEFMA bereits in der Einleitung zum neuen Katalog A15 klar:

Der Katalog fragt keine BIM-Funktionalitäten innerhalb der CAFM-Software ab.

Sehen möchten die Prüfer vielmehr, dass Daten nach Im- und Export sowohl in der CAFM- als auch in der BIM-Software als Authoring Tool angezeigt werden können. Als Daten-Formate können IFC oder andere modellbasierte Formate genutzt werden. Sie müssen mit einem geeigneten, frei zugänglichen und von neutraler Stelle herausgegebenen Viewer geöffnet und ihr Inhalt strukturiert dargestellt werden können.

Als neutralen Viewer empfiehlt die GEFMA aktuell den FZKViewer des Karlsruhe Institute of Technology. Alternativen wären BIMvision oder der Nemetschek IFC Viewer. Building Smart hat eine umfangreiche Liste von BIM-Viewern auf ihrer Website veröffentlicht.

Und was genau wird nun abgefragt? Vorgesehen sind diese sieben Prüfungs-Schritte:

  1. Übernahme und Darstellung von Raum- und Sachdaten aus einem BIM- in ein CAFM-System
  2. Übergabe von Flächendaten von einem BIM- an ein CAFM-System
  3. Visualisierung grafischer Elemente aus dem BIM-Modell in der CAFM-Software
  4. Darstellung von Ausstattung aus dem BIM- im CAFM-System
  5. Übergabe von Änderungen aus dem CAFM- in das BIM-System
  6. Import, Bearbeitung und Export einer IFC-Datei im CAFM-System
  7. Anzeige und Prüfung der zu im- und exportierenden Daten

Vorgesehen sind für den Katalog BIM-Datenverarbeitung insgesamt 45 Minuten. Nur die Kataloge Instandhaltungs- und Vermietungsmanagement kommen auf den selben Wert. Der Wert könne aber auch als erster Anhaltspunkt verstanden werden, da die GEFMA-Prüfer noch wenig Praxiskenntnis zu der neuen Prüfung haben, weshalb die Zeitspanne in einer Neuauflage der Richtlinie auch sinken könne, hieß es aus Fachkreisen.

Als erste CAFM-Software sind bereits Keylogic und IMSWARE in allen 15 Katalogen der erweiterten GEFMA 444 zertifiziert worden. Damit wissen Interessenten, dass es bereits Lösungen mit BIM-Kollaborationsfähigkeit auf dem Markt gibt. Dass die genannten Hersteller bereits zertifiziert sind, zeigt die jüngste GEFMA 444-Übersicht auf der Website des Verbandes allerdings noch nicht – die Tabelle vom 5. Juni 2018 endet weiterhin bei Katalog A14.

Die vollständige Zertifizierung nach GEFMA 444 dauert ungefähr achteinhalb Stunden einschließlich 45 Minuten Mittagspause und kostet den Hersteller bei der ersten Zertifizierung 8.000 Euro – ohne Mittagspause. Die Rezertifizierung kostet 6.000 Euro, eine Erweiterungszertifizierung ist mit 4.000 Euro bepreist.



Abbildungen: GEFMA



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