Digitalisieren – wie lässt sich das angehen?

dankl+partner haben eine Memo-Grafik zum Thema Digitalisierung erstellt
dankl+partner haben eine Memo-Grafik zum Thema Digitalisierung erstellt

 

CAFM-NEWS – Das Tagesgeschäft in der Technik ist herausfordernd, ihre Möglichkeiten sind vielfältig, und Kosten- und Zeitdruck sind es auch. Wo also anfangen, wenn die eigene Organisation durch digitale Techniken verbessert werden soll? Mag. Lydia Höller vom österreichischen Beratungshaus dankl+partner hat einige Tipps zusammengestellt.

 

Aussitzen oder Ausprobieren?

Digitalisierung, Automatisierung und Vernetzung sind in. Alle machen das ja jetzt, richtig? Das Blöde daran – sie sind nicht von der Stange kaufbar (auch wenn manche Anbieter einen das glauben lassen möchten). Viele Entwicklungen sind im Prototypen-Stadium, meistens ergeben sich in der Nutzung gewisser Technologien völlig neue, andere Anwendungsbereiche und -formen als ursprünglich gedacht.

Daraus ließe sich ableiten, dass es sinnvoll wäre, noch zu warten, und dann die fertige Technologie ohne Bugs und Schwierigkeiten einzuführen. Genau hier liegt der Knackpunkt. Der richtige Zeitpunkt ist nicht in ein, zwei, drei Jahren, sondern offensichtlich genau jetzt. Warum?

Die digitale Transformation aller Lebensbereiche schreitet voran. Die Zeit ist ein entscheidender Faktor. Das Forschungsprojekt i-Maintenance hat einmal mehr gezeigt, dass diejenigen von neuen Technologien profitieren, die rasch und neugierig, aber auch mit der notwendigen Strategie und Zielfokussierung in die Umsetzung gehen. Michael Pendeder, Experte für Innovation und Strukturwandel am Wirtschaftsforschungsinstitut in Wien, drängt zur bedachten Umsetzung: „Auswirkungen von Technologie werden gerne kurzfristig überschätzt, aber langfristig unterschätzt“. Nutzenüberlegungen im Sinne der Unternehmens-Strategie sollten also  zu Beginn jeder Initiative stehen.

 

Wie gehe ich es an?

Nachdem es Instandhaltung 4.0 nicht fertig zu kaufen gibt, nähern wir uns dem Thema strukturiert. Andreas Dankl, Geschäftsführer von dankl+partner, zeigt flankiert von einer Grafik (s.o.) auf, welche Aspekte bei einem erfolgreichen Instandhaltung 4.0-Konzept nicht fehlen dürfen.

Angefangen bei der Datenerfassung bzw. -bereitstellung, über die Datenübertragung/-speicherung inklusive Security, hin zur Analyse und Modellbildung und daraus abgeleitet die Entscheidungen und sinnvollen Aktivitäten – also das Finden der richtigen Entscheidungen im Sinne der Unternehmens-, Asset- bzw. Instandhaltungsstrategie.

 

Aufwand in Grenzen halten!

Unternehmen sollten sich auf Ihre Schlüsselanlagen bzw. -anlagenteile konzentrieren, also die Assets nach Kritikalität sortieren und schauen, welche von diesen im Falle eines Ausfalls zu den größten Standkosten führen würden oder aktuell die größten Schwierigkeiten bereiten.

Klingt einfach, doch wirft diese Vorgehensweise in der Praxis naturgemäß viele Fragen auf. Angefangen von der notwendigen Risikoanalyse bzw. Klassifizierung der Anlagen bis hin zu Datenthemen wie:

  • Welche Daten werden erhoben?
  • Wo werden sie erhoben?
  • In welcher Qualität werden sie benötigt?
  • Wie häufig benötigen wir die Daten?

 

Arbeit, die sich lohnt

Wichtig ist, Schritt für Schritt vorzugehen, mit einzelnen Anlagenbereichen zu starten, ein Projekt mit klaren Zuständigkeiten, Budget, Start- und Enddatum zu definieren und die entsprechenden Ziele zu bestimmen.

Sinnvoll ist auch, sich Unterstützung von Extern, etwa über Branchenverbände, Netzwerke oder Experten, zu holen. Niemand muss das Rad neu erfinden.

Wertvoll ist in diesem Zusammenhang auch die Möglichkeit, einzelne Fragestellungen ganz gezielt in Forschungsprojekten abzuwickeln. Innovationen entstehen im Team, am besten in möglichst heterogenen Zusammensetzungen.

 

Forschung abseits des Elfenbeinturms

Praxis-Plattformen, wie das MCC Maintenance Competence Center in Österreich haben es sich zum Ziel gesetzt, Technikern den Zugang zu Fördergeldern für ihre Fragestellungen zu erleichtern. Hier findet sich gebündeltes Know-how zu Ausschreibungen und potenziellen Fördergebern.

Aktive, offene Kommunikation mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist Voraussetzung dafür, möglichst alle Team-Mitglieder als aktive Player mitzunehmen und ihre Anforderungen und Ideen erfolgreich zu integrieren. Die Notwendigkeit von gezielten Qualifizierungs-Maßnahmen liegt auf der Hand.

Wichtig ist: Nicht jede sogenannte Spielerei unreflektiert einsetzen, sondern strategisch vorgehen, gezielte Wirtschaftlichkeits-Überlegungen anstellen, relevante Anlagenteile auswählen und mit definierten Aufgabenstellungen starten. Unterstützung von außen holen und auch mal den Sprung in ein Forschungsprojekt wagen.

Dann ist die Digitalisierung auf dem besten Weg.

 

Abbildungen: dankl+partner



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