CAFM-Zahl der Woche: 1M

Die CAFM-Zahl der Woche ist die 1M für eine Million anonymisierter privater Daten binnen drei Monaten Websurfens
Die CAFM-Zahl der Woche ist die 1M für eine Million anonymisierter privater Daten binnen drei Monaten Websurfens

CAFM-NEWS – Die CAFM-Zahl dieser Woche ist die 1M. Sie steht für 1 Million und die wiederum für die Anzahl privater Daten, die vom Webbrowser Cliqz in weniger als drei Monaten auf dem neuen Redaktions-Rechner blockiert wurden.

Eine Million in weniger als 100 Tagen macht mehr als 1000 private Daten pro Tag – das ist üppig. Da fragt man sich natürlich, was der Browser genau ausfiltert. Sein Hersteller erklärt, es seien gut 96 Prozent Drittanbieter-Cookies. Die übrigen knapp 4 Prozent entfielen auf andere Daten – welche auch immer das sein mögen –  die an Dritte gesendet werden.

Immerhin ist Cliqz so charmant, die eigentlichen Daten durch Dummy-Daten zu ersetzen, so dass zwar formal alles für den Werbetreibenden glatt läuft, die Ausbeute dennoch fehlerhaft ist. Das ist Privatsphäre à la Elettonica.

Natürlich drängeln noch einige andere Fragen im Hintergrund: Wer will so viel wissen? Und vor allem: Wer sind die, die denen, die so viel wissen wollen, die Tür öffnen? Also erlauben, dass sich auf ihren Webseiten die Schnüffel-Cookies und Daten-Sauger so reichlich tummeln?

Da sich die Sammelwut der Webangebote schon früh ankündigte, haben wir die aufgerufenen Webseiten über die Monate etwas genauer beobachtet. Als klar wurde, wer besonders aktiv agiert, überraschte die Antwort in Teilen – es sind:

  • Tageszeitungen und Magazine (auch solche, die als seriös gelten und die sich durchaus über die Datensammelwut im Netz echauffieren)
  • Online-Shops wie Amazon et al.
  • Online-Schaufenster wie eBay, Immoscout & Freunde
  • Entertainment-Angebote wie YouTube
  • Pornoseiten (diese Information ist allerdings aus einem Fachartikel ergänzt)

Und nun? Schaut es so aus, als wäre kein Schritt im Netz unbeobachtet. Wer bewegt sich wann, wo, wieso, lädt was, verweilt wie lange bei welchem Inhalt, schaut welche Videos wann bis wohin und wie oft…?

Fragen über Fragen – und keine Antwort. Data is the new oil, hieß es vor zehn Jahren. Wobei der Satz, so stimmig er auch klingen mag, nicht stimmt und uns sowieso mehrere Dinge zu  denken geben sollten. Denn:

  • Data waren schon immer das Oil, zumindest für Geheimdienste und Menschen wie Institutionen, die gerne andere fernsteuern möchten.
  • Seit der Kommerzialisierung des Data-Harvesting ist der Mensch so transparent wie nie vorher.
  • Das Angebot von kostenlosen Diensten mit Entertainment-Faktor ist offenbar der Honey-Pot für den zivilisierten Menschen.
  • Die Menschen geben ihre Daten in einer Menge preis, die sie bei vollem Bewusstsein vermutlich als Katastrophe empfinden würden – und sie tun es freiwillig.
  • Hießen Google, AdSense und wer weiß nicht wer noch alles wie die früheren oder aktuellen Datensammler Stasi, Gestapo, KGB, MI6 oder NSA, liefe vielen Nutzern vermutlich schon beim reinen Anblick eines Webbrowsers der kalte Schauer über den Rücken.

So aber herrscht eitel Freude, jeder surft wie und wo er mag, andere sammeln, wie und wo sie können. Und wenn uns die Kiste eines Tages um die Ohren fliegt, werden wir alle erschrocken staunen. Wir wissen nur noch nicht, wann.

Bis dahin lässt es sich immerhin inkognito surfen. Dann ist nur ein Dummy der Dumme. Dankeschön, Cliqz.

 

Ihre CAFM-Zahl
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Abbildungen: CAFM-News

Die CAFM-News präsentieren die Zahl der Woche in Zusammenarbeit mit dem Studiengang Technisches Facility Management am Fachbereich Duales Studium der HWR Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin und ihrem Dozenten Ralf Rieckhof, im Hauptberuf Consultant und Leiter Marketing bei pit-cup

 




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