Besucher-Ebbe der FM-Messe liegt auch an fehlender Einigkeit in der Branche

Die Besucherzahlen der FM-Messe 2015 werden für Diskussionen sorgen - ob es die richtigen sind, wird sich zeigen

Die Besucherzahlen der FM-Messe 2015 werden für Diskussionen sorgen – ob es die richtigen sind, wird sich zeigen



(cafm-news) – Clever umschifft Messeveranstalter Mesago die Besucherflaute auf der FM-Messe in der Pressemeldung zum Abschluss des Events: „In ihrem Jubiläumsjahr bestätigt die Facility Management Fachmesse und Kongress ihre Qualität als wichtigste Kommunikationsplattform für die deutsche FM-Branche“, schreibt sie und keiner kann es bestreiten. Es gibt schließlich nichts anderes zum Thema.

Und: Wer wünscht sich auch etwas anderes? Das Konzept von Messe und begleitendem Kongress ist bewährt und gut. Nur scheint es etwas abgenutzt. Vor einem Jahr hatte die Mesago noch 5592 Messebesucher ausgewiesen, von denen 92 Prozent auch 2015 vorbei schauen wollten. Das hätte 5145 Besuchern entsprochen – gekommen sind lediglich 4769. Macht ein Minus von 15 Prozent oder 823 verlorene Besucher im Jubiläumsjahr.

Etwas besser sieht es beim Kongress aus: Im Februar 2014 hatte die Mesago 532 Kongressteilnehmer gezählt. Von diesen wollten 92 Prozent dieses Jahr wiederkommen – also 495 Besucher. Geworden sind es 510 Teilnehmer, zwar weniger als im Vorjahr, aber 25 Menschen mehr als das angekündigte Minimum.

Es reicht offenbar nicht, die wichtigste Kommunikationsplattform für die deutsche FM-Branche zu sein. Die Messe muss sich aufhübschen, wie es neudeutsch heißt. Die für 2016 angekündigte Fachtagung zu IT im Real Estate und Facility Management ist hierzu ein erster Schritt.

Gelöst werden muss aber noch ein ganz anderes Problem, und das kann nur die Branche gemeinsam bewältigen: Die notwendige kritische Masse auf die Beine zu bringen, also die vorhandenen und vor allem die potenziellen Kunden zu aktivieren. Aktuell scheinen die Player bei FM wie CAFM vor allem mit Selbstgesprächen beschäftigt zu sein. Das bringt keinen Wind in die Segel. Und lässt auch keine Fachmesse fliegen.

Für den Run auf die Messe wie auf das Geschäft allgemein fehlt auch nach 15 Jahren Messe, mehr als 25 Jahren CAFM-Software und gefühlten Jahrtausenden Hausmeistertätigkeiten und Gebäudeservices noch immer eine einheitliche Botschaft und die dazu gehörige kommunikative Lobby. Fast prämierte Anzeigenkampagnen , Gütesiegel und integrative Schnittstellen genügen nicht.

Nötig ist, flächendeckend den Wert von Facility Management zu kommunizieren. Neben dem wertschöpfenden Faktor mit Blick auf das Bruttosozialprodukt meint das auch, FM als Gewinn für den einzelnen Kunden zu zeigen, der hohes fachliches Know-how zu fairen Preisen einkaufen kann. Und der drittens mit CAFM-Software nicht bloß Kosten sparen, Transparenz schaffen und mehr Sicherheit herstellen, sondern ganz nebenbei auch Aspekte wie zum Beispiel Corporate Social Responsibility abdecken und belegen kann. Unsinn?

Sicher nicht, wenn sich ausreichend Player auf einen kommunikativen Minimalkonsens einigen. Einen Konsens, der die Interessen aller integriert, die der Anbieter wie die der Kunden. Ein Spaziergang wird es nicht, Dienstleister, Software-Hersteller und Verbände müssten gemeinsam mit der Mesago in das selbe Horn stoßen und bei jeder Gelegenheit die gemeinsame Branchen-Botschaft kommunizieren. Und sie müssen die Botschaft nicht bloß bei Der Facility Manager, Facility Management, Immobilien Zeitung, immobilienwirtschaft und immobilienmanager, sondern endlich und nachhaltig auch bei den Immobilien- und Wirtschaftsredakteuren von FAZ, SZ, Handelsblatt, Welt und weiteren wichtigen Rufern und Sendern verankern.

Das ist Unsinn? Wenn ausreichend viele wollen, dass der Markt seinen längst überfälligen Satz nach vorne macht, gewiss nicht. Denn die FM-Messe ist letztendlich nur ein Indikator für die öffentlich wahrgenommene Relevanz derer, die sich auf ihr präsentieren, und für das, was sie bieten.


Abbildungen: Tom Semmler

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